Venom-(c)-2018-Sony-Pictures-Entertainment-Deutschland-GmbH(7)

Venom

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Sci-Fi Action

Tom Hardy, Michelle Williams, Riz Ahmed. Diese Besetzung liest sich wie das Line-up für das perfekteste Crime-Drama des Jahres. Ist sie aber leider nicht. Es ist die Besetzung des unsäglichsten und miesesten Superhelden-Films seit langem: Venom.

Sensationsreporter Eddie Brock (Tom Hardy) wittert einen Skandal in der Forschungseinheit „Life Foundation“ unter der Führung von Dr. Carlton Drake (Riz Ahmed). Doch mit dem hat er sich den falschen Feind ausgesucht. Innerhalb kürzester Zeit verliert Eddie Job und Freundin (Michelle Williams). Ein halbes Jahr später fristet Brock ein Penner-Dasein. Doch dann wittert er die Chance, den Skandal bei Drake doch noch aufzulösen. Er findet bei einer nächtlichen Spionage-Aktion in der Forschungsstation mehr als er wollte. Beziehungsweise der Alien-Symbiont Venom findet und verbindet sich mit ihm. Nun kann Brock mit der Hilfe von Venom dem fiesen Doc das Handwerk legen und vielleicht sogar die Liebe seiner Freundin zurück gewinnen.

Liest sich vielleicht ein wenig generisch, aber sonst nicht so schlimm? – Ist es aber! Der Film ist mies. Richtig mies. Das Drehbuch ist eine einzige Lachnummer an Inkohärenz und dummen Fehlern, die leicht zu vermeiden gewesen wären. Die Special Effects sind lächerlich. Die CGI wirkt als wäre seit Raimis Spider-Man nichts mehr passiert auf diesem Sektor. Dann läuft obendrein alles genauso dumm ab, wie man es schon 5 Minuten vorher errät. Und dann diese unglaubliche Verschwendung von darstellerischem Potential …

Tom Hardy hat sich mit dieser Rollenauswahl keinen Gefallen getan. Obendrein ist er auch noch Ko-Produzent des Streifens – er hat also wirklich keine Ausrede. Wie man liest, hat er auch noch für 2 weitere Venom-Filme unterschrieben. Er glaubt also auf eine bizarre Art und Weise wirklich an dieses Franchise. Die Mid-Credit-Szene mit einem völlig fehlbesetzen Woody Harrelson lässt Böses für die Zukunft ahnen. Michelle Williams hat der Oscar-Fluch voll und ganz erfasst (Okay, in dem Fall ist es ein „Golden Globe-Fluch“). Seit ihrer exzellenten Performance als Marilyn Monroe (My Week with Marilyn) agiert sie quasi unter der Wahrnehmungsschwelle, was sehr schade ist. Ob ihr – an sich total in Ordnung gehender – Auftritt in Venom daran etwas ändert, darf bezweifelt werden. Und dann Riz Ahmed. Riz Ahmed kann wahrscheinlich wirklich alles spielen, vom schüchternen Liebhaber bis hin zum fiesen Killer. Nachzusehen in der genialen HBO-Mini-Serie The Night of. Man wünscht ihm wirklich eine große Hollywood-Karriere. Was man sich hingegen nicht wünscht, sind mehr Rollen wie in Venom.

Mit diesem Film werden wahrlich verschüttete Erinnerungen wach. An die Ghost Rider-Filme mit Nicolas Cage zum Beispiel, oder das völlig in den Sand gesetzte Reboot von Fantastic Four. Also an das Schlimmste, was das Genre in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Der guten Fairness wegen sei erwähnt, dass Venom bei allen gebotenen Fehlschlägen, die vorher genannten Filme dennoch übertrifft. Zumindest ein wenig. Ein paar kleine Gags sind ganz nett und der grundsätzlich wirklich sensationelle Cast bewahrt das Ganze dann doch vor dem totalen Untergang. Dennoch, um mit David Foster Wallace zu schließen: Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich!

Regie: Ruben Fleischer, Drehbuch: Scott Rosenberg, Jeff Pinkner, Kelly Marcel, Will Beall, Darsteller: Tom Hardy, Michelle Williams, Marcella Bragio, Woody Harrelson, Jenny Slate, Riz Ahmed, Filmlänge: 112 Minuten, Kinostart: 05.10.2018, www.venomfilm.de