Allmacht (c) 2024 Andreas Kiener, Edition Moderne(8)

Allmacht

Allmacht von Andreas Kiener ist die Fortsetzung seines märchenhaften Cyberpunks Unvermögen und erzählt nahtlos weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat.

Eine Mega-City steht kurz vor dem Kollaps. Erdbeben, Aufstände und Stromausfälle bringen die gigantische Etagenstadt Abidjan an den Rand der Zerstörung. In diesem Chaos sucht Ali nach ihrer Mutter. Gleichzeitig versucht eine im Untergrund operierende Zelle eine Maschine zu entwickeln, die in der Lage sein soll, absolute Gerechtigkeit zu ermitteln. Doch zur Vollendung dieser Maschine fehlt ein wichtiger Bestandteil. Zufällig stolpert auch Ali über diese Untergrundgruppe. Aber die Aufstände werden immer verheerender und brutaler. Ali und die Gruppe müssen schnell handeln, denn andernfalls könnte alles zu spät sein.

 

Mit Allmacht erzählt Andreas Kiener die Geschichte aus Unvermögen weiter. Der Leser befindet sich wieder in einer umfangreichen, lebendigen und detaillierten Stadt. Die Bilder atmen Sci-Fi und Cyberpunk. Visuell erinnert das sowohl an große Einflüsse wie Blade Runner, Dredd und die Welten von William Gibson oder Neal Stephenson. Aber Kiener macht gleichzeitig doch etwas eigenes daraus. Er mischt das alles zusammen, erzählt aber mit seiner Stimme und seinen Bildern. Erzählerisch setzt er dort fort, wo der erste Teil aufgehört hat. Das geht sogar so weit, dass die Seitennummerierung ebenfalls fortgesetzt wird, sprich es beginnt nicht mit Seite eins.

Aber das alles hat eher wenig mit dem Inhalt der Geschichte zu tun. Die Erzählung ist zwar spannend und rasant, aber gerät hinter den Bildern etwas ins Hintertreffen. Das merkt man auch schnell daran, dass es relativ wenig Text gibt. Kiener reduziert seine Erzählung wirklich auf das Wesentliche und liefert keine unnötigen Dialoge oder Erklärungen. Hier vertraut er voll und ganz auf die visuelle Kraft von Allmacht. Dadurch bleiben einem am Ende auch weniger die Figuren und die Geschichte in Erinnerung, als vielmehr die Bilder und die Atmosphäre.

Allmacht von Andreas Kiener, 160 Seiten, erschienen bei Edition Moderne.

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