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John Carter – Zwischen zwei Welten

Ein netter Film mit guten Schauspielern und imposanten Bildern in 3D, gemixt mit angenehmem Kinosound – leider alles schon in der einen oder anderen Form dagewesen…

„John Carter – Zwischen zwei Welten“ spielt sich an der Szenenanzahl und –dauer gemessen überwiegend im fiktiven Reich ab. Einige Male kommen kurze Rückblenden vor, die John Carters (Taylor Kitsch) früheres Leben beleuchten und ihn auf diese Weise in seinem Handeln beeinflussen. Der Held des Fantasy-Epos begibt sich ungeplanter Weise auf eine Reise zum Mars, der im Film „Barsoom“ genannt wird. Dieser Name geht auf die Romanreihe von Edgar Rice Burroughs zurück, deren Hauptfigur, John Carter, 1912 erschaffen wurde und als erster Weltraumheld, wenn auch nur literarisch, gilt. In der Verfilmung erlebt man Carters Abenteuer, die zwar fantastischer nicht sein könnten, aber im letztlich doch nur Muster aus schon dagewesenem bedienen.


 

Die Sprache der Tharks – so heißen die grünen, vierarmigen Männchen auf Barsoom – wurde wie für „Avatar“ eigens kreiert und in einigen Szenen untertitelt gesprochen. Die Aneignung der Sprache ist für den Protagonisten im übrigen kein großes Problem, genauso wenig, wie sich auf dem Mars zu Recht zu finden. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten hätte er zweifelsfrei absolut jeden Weit- und Hochsprungwettbewerb auf diesem Planeten für sich entscheiden können. Genau diese Fähigkeit erhält ihn auch am Leben, als er das erste Mal den Tharks begegnet.

Einen Vergleich mit „Star Wars“ stellt man spätestens dann an, wenn die Prinzessin (Lynn Collins) auftaucht, die ihr Reich retten möchte, oder wenn Flugobjekte herumschwirren, deren Bedienung übrigens sehr simpel sein dürfte, da der Held der Geschichte nur ein paar Flugmeter braucht, um die Maschine, die auf Licht fliegt, wie ein Profi zu steuern. Und dann kommt noch ein weiteres bekanntes Element vor: ein Amulett, das über spezielle Kräfte verfügt und dem Träger beim richtigen Zauberspruch einen Wunsch erfüllt. Der Krieg, der zwischen den netten Helium-Bewohnern und den bösen Zodangas herrscht, wird von den Therns kontrolliert – John Carter steht natürlich auf Seiten der Prinzessin und ihrem Reich und wird von den Tharks unterstützt.

Zwischen den nicht sehr üppig ausgefallenen Kriegs- und Kampfszenen erlebt man eine Einführung in das Reich der Tharks, eindrucksvolle Bilder (zumindest in 3D) und Reitereien durch die Wüste. Prinzessin Dejah Thoris sieht auch nach einem Dreitagesritt immer noch toll aus und ist mit Kajal und Lippenstift geschminkt, obwohl sie kein Täschchen bei sich trägt. Der Regisseur Andrew Stanton, der durch Filme wie „Findet Nemo“ und „Wall-E“ bekannt ist, schafft es bei „John Carter – Zwischen zwei Welten“ qualitativ leider nicht zwischen die Filme „Avatar“ und „Star Wars“, doch  die Ähnlichkeiten sind derart frappant, dass es zwangsläufig zu Vergleichen kommt. Wer weiß, vielleicht folgt ja auch ein zweiter Teil – oder noch zehn weitere, um der Vorlage des „Barsoom“-Zyklus gerecht zu werden …

Regie & Drehbuch: Andrew Stanton, Darsteller: Taylor Kitsch, Lynn Collins, Willem Dafoe, Mark Strong, Samantha Morton, Ciarán Hinds, Laufzeit: 132 Minuten, Kinostart: 8.3.2012




  • …dem kann ich nur beipflichten: hier hätte mit Regisseur Stanton mehr Potential rausgekitzelt werden können, rausgekommen ist ein recht müder Actionfilm der Marke „Gesehen, Vergessen“.

  • consalex

    Ich fand ihn auch mies und selbst die Hauptdarsteller nicht besonders überzeugend. Da hat einfach alles für einen guten Film gefehlt. Ok, ein paar hübsche Bilder und der Hund sowie ein paar Meldungen waren witzig. Aber das wars. Schade um die Zeit.

    • Ist irgendwie schade, dass sie das Potenzial, was die Geschichte ja durchaus gehabt hätte, einfach so verschwendet haben.
      Da hätte man mehr raus holen können.