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The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (3D)

5
Comic-Verfilmung

Mit The Amazing Spider-Man wollten die Verfilmungen des Marvel-Comics den Wandel in eine neue Generation vollziehen. Jünger, rasanter, doch dunkler und düsterer sollte der Spinnenmann sein. Im Endeffekt ist er leichter und luftiger, als er es jemals war, dank Andrew Garfield.

Auch im zweiten Teil – The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro – baut Marc Webb wieder auf die Qualitäten seiner Darsteller. Trotz der flachen Dialoge und dem Hang zum Ausformulieren des Offensichtlichen baut das Ensemble Stimmung auf. Spiderman (Andrew Garfield) hat Humor, leidet nur, wenn es einen Anlass dazu gibt (eine Rarität und Wohltat im zeitgenössischen Helden-Universum), spielt charmant mit der Chemie zwischen ihm und Gwen Stacy (Emma Stone) und bekämpft alles vom Kleinganoven bis zum Megaschurken. Es ist kein Fluch, sondern seine Bestimmung, die er mit sichtlicher Freude – was jedoch nicht bedeutet ohne Schwierigkeiten – auslebt. Das inszeniert Marc Webb, indem er in beeindruckender Weise die Technik bemüht und Spiderman grazil durch die Lüfte und Häuserschluchten tauchen und um seine Gegner schwirren lässt.

Im Grunde führt Spiderman als Peter Parker ein Teenager-Dasein, in dem sich die Probleme der Weltrettung wie Alltäglichkeiten einreihen. Er schließt die Highschool ab, steht vor der Frage, was er mit seinem Leben anfangen soll und wo seine Teenager-Liebe, mag sie auch die große sein, steht. Die Liebesgeschichte ist zentral, aber nicht als Blockade (wie bei der Vorgänger-Version), sondern als Lebensabschnitt. Darüber hinaus hat Peter mit dem Rätsel um das Verschwinden und den Tod seiner Eltern zu kämpfen. Etwas oberflächlich ist das schon auch, denn es ist beachtlich, mit welcher Geschwindigkeit der Film die Handlung durchschreitet und Spiderman seine Traumata überwindet. Und es sind wirklich keine kleinen Tragödien, die er zu bewältigen hat.

Die Bekämpfung der Übeltäter geht flink und gewitzt (Spideys Albernheit und Flapsigkeit sind gewöhnungsbedürftig, aber authentisch) vonstatten. Die Bösewichte treten allerdings auf und wieder ab, ohne die Möglichkeit zur Profilierung, um sich als starkes Gegenüber zu positionieren. Max Dillon (Jamie Foxx), der zu Electro wird, hat anfangs viel von einem Zombie und wenig von Elektrizität. Peters Freundschaft mit Harry Osborn (Dane DeHaan) kippt abrupt in eine Feindschaft. Der Green Goblin tritt auf. Kurz vor Ende kommt dann auch noch Rhino (Paul Giamatti) ins Spiel.


The Amazing Spider Man 2: Rise of Electro bietet mit zunehmendem Verlauf Unterhaltung, sodass sich die Sinnsprüche à la „Jede Entscheidung, die man trifft, beeinflusst die Menschen, die man liebt“ ignorieren lassen. Alles in allem wären mehr Konfrontationen sowie ein Auskosten der Kampfszenen wünschenswert gewesen, besonders weil sie in einen mitreißenden Sound verpackt sind – der aber auch sehr eigenwillig und in einer etwas irritierenden Mischung daherkommt. Als der sicher gestellte Electro aus seinem Wasserbad gehoben wird und ein Wissenschaftler namens Kafka auftritt, wird das vom Donauwalzer untermalt. Wenn das nicht Wahnsinn ist. Größter Pluspunkt: Garfields Spiderman macht eine gute Figur.

Regie: Marc Webb, Drehbuch: Alex Kurtzman, Robert Orci, Jeff Pinkner, Darsteller: Andrew Garfield, Emma Stone, Jamie Foxx, Dane DeHaan, Sally Field, Paul Giamatti Filmlänge: 152 min, Kinostart: 17.04.2014, www.theamazingspiderman2.de