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PAYDAY 2

Die Witwenmacher aus PAYDAY melden sich zurück, mit rasanten Verbrechen wollen wieder Massen an Geld und Adrenalin gemacht werden. In einem Team aus vier Personen gilt es gemeinsam etwa 10 unterschiedliche Missionen auszuführen und im Fall der Fälle eine nie enden wollende Schar an Polizisten in den vorzeitigen Ruhestand zu befördern.

Eine Verbesserung gegenüber dem Original ist der Grad an dynamischen Level-Elementen, der deutlich erhöht wurde. Die Platzierung von Sicherheitskameras, Wachen, Safes, oder sogar dem Fluchtvehikel variiert konstant, eine Tatsache, die regelmäßig für Überraschung sorgt – und Überraschung führt bei perfide geplanten Verbrechen nun mal zu unberechenbarem Chaos. Wie in den besten Gangster-Filmen kommt es immer wieder zum Gefühl „So war das nicht geplant“ während man verzweifelt versucht, mit Blei durch die Polizeimassen hindurch zu improvisieren. Die Tatsache, dass die neuen Missionen sich teilweise in mehrere Etappen einteilen, bringt mehr Abwechslung in den Spielablauf.


Während man also am Anfang jeder Mission zusammen als Team versucht, unentdeckt einen Plan in die Tat umzusetzen (kollektive Stealth-Einlagen und der Einsatz unterschiedlicher Skills eingeschlossen), geht meistens irgendetwas schief und der Ausflug endet mit/in einem Massengrab. Der Spannungsbogen ist das Element,welches PAYDAY 2 von anderen Koop-Shootern deutlich abhebt: Gelingt Perfektion, so kann das Team tatsächlich jeder Konfrontation aus dem Weg gehen – eine Tatsache die ein Level auch nach wiederholtem Spielen spannend hält.

Vor allem die musikalische Untermalung unterstreicht diese Atmosphäre wie auch schon im Vorgänger perfekt. Ein elektronischer Soundtrack schaukelt sich bei jeder Mission zusammen mit dem Geschehen langsam immer mehr zu einem spannenden Höhepunkt. Ebenfalls überarbeitet wurde das Skillsystem, das mit zahlreichen hilfreichen Fähigkeiten angereichert wurde, nach denen sich der Einsteiger sehnt. Erfolgreicher Umgang mit Geiseln und Cops, technische Gimmicks wie C4, um sich das minutenlange Warten auf den Bohrer zu ersparen, oder schlicht und einfach rohe Kampf-Skills – mit dem Fortschritt kann sich ein Spieler auf die unterschiedlichsten Bereiche mit relevanten Fähigkeiten spezialisieren. Das einzige Problem daran besteht, dass das Spiel dadurch vehement an Casual-Charakter einbüßt. Wer sich als virtueller Verbrecher versuchen möchte, muss lange und hart  trainieren, ehe er in den Genuss der interessantesten Elemente kommt.

Das „Rundherum“ wurde ebenfalls aufpoliert, wobei man hier vermutlich etwas über das Ziel hinausgeschossen hat. Lobbies können nicht mehr direkt erstellt werden, vielmehr schafft das System selbst unterschiedliche Missionen, die die Spieler dann starten können – Das kann unter Umständen frustrierend sein. Weitere technische Ungereimtheiten wie die Tatsache, dass der Host nicht ersetzt werden kann und die völlig unbrauchbare KI der Mitspieler, die das Spielen mit menschlichen Spielern beinahe zur Bedingung macht, zeigen deutlich, dass PAYDAY 2 in mancher Hinsicht noch Work-in-Progress ist. Aus diesem Grund muss man dringlich von der Xbox 360-Version des Spiels abraten, da (wie immer) kostenlose Updates auf Microsofts Spieleplattform keinen Platz haben.

PAYDAY 2 bietet trotz kleiner Probleme alles, was den Vorgänger schon ausgezeichnet hat und fokussiert sich dabei auf jene Elemente, die schon zuvor funktioniert haben. Im Koop-Bereich gibt es wohl keinen aktuellen Shooter, der die Zeitinvestition mehr verdient hat – und so empfiehlt sich ein Ausflug in die brutale Welt des Verbrechens sowohl für Fans des ersten Teils als auch für Neuankömmlinge gleichermaßen.

Plattform: PC (Steam), PS3 (PSN, Version getestet), Xbox 360, Spieler: 1-4 (Koop), Altersfreigabe (PEGI): 18, Release: 13.08.2013, www.crimenet.info