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Miasmata

Nicht immer braucht es zur Umsetzung einer Spielidee ein Millionen-Budget, eine Armee an Personal und jahrelange Öffentlichkeitsarbeit. Manchmal, wie im Fall von Miasmata, sind zwei Leute ausreichend und dadurch dann in der Lage eine ganz persönliche, atypische Idee umzusetzen.

So geschehen im Fall von Miasmata, welches sich simpel zusammen gefasst als Schwammerlsuch-Simulator versteht. Um es etwas ausführlicher auszudrücken: Der Spieler findet sich mit einer Krankheit infiziert auf einer Insel gestrandet wieder und beginnt sie zu erforschen, um ein Gegenmittel aufzutreiben. Blumen, Pflanzen oder Pilze müssen gefunden, untersucht und in zahlreiche Medikamente verarbeitet werden. Dabei steht aber nicht wie gewohnt eine hilfreiche Karte zur Verfügung, in Miasmata muss die Karte selbst erstellt werden und das ist harte Arbeit.


Anhand von Landschaftsmerkmalen werden mit Hilfe eines Kompasses die Positionen trianguliert und so Stück für Stück die Karte vervollständigt, die nicht nur zur Orientierung dient, sondern auch anhand von gefundenen Notizen Aufschluss über die Positionen bestimmter Orte und Pflanzen gibt. Eine Handlung wird zwar anhand von Tagebucheinträgen und ähnlichen Relikten angedeutet, ist aber im Gesamtbild eher Nebensache. Eine besondere Eigenheit ist die Art und Weise mit der sich die Spielfigur durch das Areal bewegt: Abhänge müssen mühsam erklimmt werden und wer nicht vorsichtig ist, stolpert, verliert die getragenen Gegenstände und rutscht ins Ungewisse. Ständige Vorsicht ist also beim Erklimmen der zahlreichen Hänge geboten. Wer sich aber ausgerüstet mit Vorräten wie Wasser und Medikamenten im Dunkeln in den Wald wagt, sei gewarnt: Die Insel ist nicht ganz so verlassen wie es anfangs scheint. Bewohnt wird sie von einem Monster, das zu jedem Zeitpunkt überall auftauchen kann um die Idylle zu beenden. Da hilft dann nur Laufen oder Verstecken.

All das sind interessante Ansätze, aber leider wird der Eindruck gezeichnet von Problemen. Da wäre zum Beispiel die prächtige Engine, die eigens für das Spiel entwickelt wurde. Leider ist diese wenig optimiert, was einerseits dazu führt, dass zum Spielen von Miasmata ein High-End-PC benötigt wird, andererseits dass der Ablauf geprägt ist von Bugs, die den Spielfluss merklich hemmen. Auch ist das Erstellen einer solchen Insel vermutlich ein zu ehrgeiziges Ziel, denn für ein Spiel, dass auf dem Erforschen und Entdecken der Umgebung basiert, gibt es sehr wenig Abwechslung. Da findet man überall die selben Bäume und Gebäude, egal ob man am Start der Reise steht oder schon stundenlang den Strand entlang gewandert ist. Auch die Pflanzen sind in ihrer Vielfalt äußerst bescheiden – wer also zum Beispiel schon am Alchemie-System von Skyrim seine Freude gefunden hat, wird hier wohl enttäuscht.

Und so hinterlässt Miasmata einen etwas schalen Geschmack. Für Spieler, die ihre Freude dabei haben mit entspannter Gelassenheit einen Ort und dessen eigentümliche Regeln zu erforschen, gibt es hier vielleicht ein unterhaltsames Erlebnis zu finden. Leider halten die zahlreichen Probleme Miasmata aber davon ab, sein volles Potential zu entfalten und es lässt sich nur schwer einem breiten Publikum empfehlen.

Plattform: PC (Steam(Version getestet), Spieler: 1, Alterfreigabe (Pegi): KA, Release: 28.11.2012