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Headhunters

Die Verfilmung des norwegischen Thrillers „Hodejegerne“ aus der Feder von Jo Nesbø bleibt von der ersten bis zur letzten Minute spannend. Man weiß nicht, wem man noch trauen kann …

Roger Brown (Aksel Hennie) und seine Frau Diana (Synnøve Macody Lund) leben in einem schön designten Haus, Roger arbeitet als Headhunter, der für seine Firma passendes Personal vermittelt, und Diana ist im Kunstbereich mit eigenem Atelier tätig. Um sich das Haus leisten zu können und seiner Frau ein schönes Leben zu bieten, begeht der unsichere und absolut nicht selbstbewusste Hauptdarsteller des Öfteren Kunstdiebstähle.

Die skandinavischen Krimi- und Thrillerautoren genießen seit längerem ein hohes Ansehen in ihrem Genre. Nun kommt mit „Headhunters“ ein Film in die Kinos, der trotz einfach gestrickter Handlungsstränge bis zur letzten Minute spannend bleibt. Die Schauspieler und der Regisseur verstehen es, die Figuren wandelbar zu machen und so weiß man nie genau, wem man trauen kann und wem nicht.


 

Einzelne Szenen erinnern an den ebenfalls aus dem skandinavischen Raum stammenden Regisseur Lars von Trier und man muss ob der Grausigkeit des Dargestellten wegschauen – für Horrorfans sind die Szenen mit Sicherheit viel zu kurz, für Anhänger des gepflegten Krimis zu lange. Morten Tyldum führte bei diesem Thriller Regie und wählt passende und ansprechende Musik für die einzelnen Akte. Würden die Töne anders sein, die ekelhaften Szenen herausgeschnitten und durch harmlose ersetzt werden, könnte man fast glauben, man säße in einem Hollywood-Streifen.

Für Komödienfans bietet der Film witzige Einlagen – so werden zwei norwegische Polizisten in einer Leibhaftigkeit dargestellt, die selbst für die Polizei ein Verbrechen wäre. Dialoge, die manchmal spritzig und ab und zu nur trocken und spitzfindig wirken, zaubern dem Zuseher ein Lächeln ins Gesicht. Manchmal wirkt „Headhunters“ auch richtig skurril und somit ergibt sich eine gelungene Wechselwirkung zwischen Grausamkeit und (schwarzem) Humor.

Absolut kompetente und charakterstarke Schauspieler runden die Geschichte ab, ein toller Plot und ein unerwartetes Ende machen „Headhunters“ zu einem spannenden Genuss. Die Krimielemente sind gekonnt verarbeitet und bis ins kleinste Detail nachvollziehbar, der Film ist unterhaltsam und man hat das Gefühl, dass keine einzige Minute unnötig gedreht wurde. 

Regie: Morten Tyldum, Drehbuch: Ulf Ryberg, Lars Gudmestad, Darsteller: Aksel Hennie, Synnøve Macody Lund, Nikolaj Coster-Waldau, Eivind Sander, Julie Ølgaard, Laufzeit: 100 Minuten, Kinostart: 13.04.2012