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Planet Der Affen: Prevolution (mit Gewinnspiel)

Was wäre, wenn in ferner Zukunft die Menschheit ihre Vorherrschaft über den Planeten verloren hätte? Wenn sich der Lauf der Evolution umkehren und eine uns überlegene Spezies regieren würde, in der die Menschen wie Tiere in Käfigen leben oder als Jagdbeute herhalten müssten?

Dieses dystopische Zukunftsszenario, ursprünglich aus der Feder des französischen Autors Pierre Boulle stammend, strahlt, so abstoßend die Vorstellung an eine Weltherrschaft der Affen auch sein mag, eine derart unwiderstehliche Anziehungskraft aus, dass es schon in den 60er/70er Jahren ganze fünf Verfilmungen des Originalstoffes gab. Vor allem die emporragenden Trümmer der Freiheitsstatue am Ende des ersten Planet der Affen Films aus dem Jahr 1968 haben sich wohl für alle Zeit in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt (siehe auch: eine andere berühmte Szene). In den darauffolgenden Teilen wurde Pierre Boulles Affendystopie weiter ausgebaut, man phantasierte über mögliche Ursachen, erzählte vom Atomkrieg, von seltsamen Seuchen, von Schulen, in denen die Affen zu Sklaven ausgebildet werden und von grauenerregenden Mutantenmenschen, die als höchste Gottheit die Atombombe anbeten.

Und obwohl der geradezu unwiderstehliche Charme dieser kultigen Sci-Fi Filme aus den frühen Siebzigern mit ihren trashigen Affenmasken und einem verschwitzten sowie halbnackten Charlton Heston wohl kaum zu überbieten ist, so wagte sich Tim Burton im Jahr 2001 an eine Neuverfilmung heran. Er brachte perfektere Masken zum Einsatz, ließ die radikalen und grotesken Ideen des Originalfilms jedoch zu einer eher mittelmäßigen Mainstream-Handlung verkommen. Und nun – ein weiteres Jahrzehnt später – sind wir mit dem Prequel The Rise of the Planet of the Apes wieder beim Nullpunkt angekommen.  


 

Der im Deutschen mit der grandiosen neuen Hollywood-Wortschöpfung Prevolution (Prevolution-Revolution-Evolution) betitelte Film erzählt, wie das Zukunfts-Horrorszenario seinen Anfang nahm – oder aber anders gesagt, wie sich die Menschheit durch das unersättliche und skrupellose Streben nach höherer Intelligenz letztendlich doch noch selbst zu Tode richtet. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der superintelligente Schimpanse Caesar, der im Versuchslabor eines Pharmaunternehmens geboren wird. Dort betreibt der junge Wissenschaftler Will (James Franco) mit natürlich rein ehrenhaften Absichten Genmanipulation an Primaten. Doch die Probleme lassen nicht lange auf sich warten. Hin- und hergerissen zwischen seiner Intelligenz und seinen aggressiv-gefährlichen tierischen Instinkten, gerät der heranwachsende Caesar schon bald in eine gravierende Identitätskrise. Als er dann auch noch auf bitterste Weise die Grausamkeit der Menschen kennen lernt, setzt sich etwas in ihm in Gang, das den Lauf der Geschichte für immer verändern wird…

Nun stellt sich natürlich vor allem die Frage: Wo liegt der Reiz an einer Geschichte, deren Ausgang wir bereits kennen? Allerdings: In einem Blockbuster-Zeitalter, wo der Name des verantwortlichen Special Effects Studios einen höheren Bekanntheitsgrad aufweisen kann, als der Regisseur des Films selbst, liegt die Antwort auf der Hand. Im Falle von Planet der Affen: Prevolution heißt sie CGI und Motion-Capture von Weta Digital, einem der weltweit führenden Unternehmen für visuelle Effekte, das sich vor allem mit Filmen wie Lord of the Rings und Avatar einen Namen machte. 

Kurzum, ein zumindest visuell betörendes Kinoerlebnis scheint garantiert. Die haarigen Masken blieben diesmal im Kasten verstaut, möglichst fotorealistische Affen sollten es werden. Und dies stellte für das prämierte Studio, das in den beiden zuvor erwähnten Filmen ja lediglich Phantasiefiguren ohne reale Vergleichsmöglichkeiten kreieren musste, eine spannende Herausforderung dar. Doch so wunderbar sich der großartige Performance-Capture Schauspieler Andy Serkis – vor allem bekannt als Gollum – auch selbst zum Affen (Caesar) machte, handelt es sich bei den tierischen Protagonisten auf der Leinwand eben nur fast um echte Primaten. Und diese respektable, jedoch knapp verfehlte Lebensechtheit wirkt – zumindest für all jene, die schon einmal im Zoo waren oder sich eine Universum-Folge über Schimpansen angsehen haben – irritierend bis lächerlich. Fairerweise muss man jedoch auch zugeben, dass einige der präsentierten Affenarten, allen voran der zottelige Borneo Orang Utan, durchaus für großes Sehvergnügen sorgen.

Doch was bleibt nun über, wenn wir Special Effects und betörende Kulisse, die San Francisco als Filmschauplatz ohnehin immer zu bieten hat, einmal außer Acht lassen? „Man wolle die visuellen Effekte nicht vor die Qualität der Geschichte stellen“, heißt es von Seiten der Produzenten, die Planet der Affen: Prevolution doch tatsächlich als Charakterdrama zu bezeichnen wagen. Zwar stimmt das zum Teil in Bezug auf den Affen Caesar, dessen – wenn auch berechenbare – emotionale Entwicklung vom gutmütigen Jungtier hin zum düsteren, Pläne schmiedenden Revoluzzer durchaus spannend zu verfolgen ist. Jedoch scheint der Rest der Handlung wie in einem inhaltlichen Zeitraffer dargestellt, der keine ernstzunehmende emotionale Tiefe zulässt. Darüber hinaus wirken die menschlichen Charaktere eindimensional, deren Darsteller unterfordert – so etwa Wills Freundin Caroline (Freida Pinto), die gar nur als überflüssiges Zierobjekt in den Bildern herumirrt, als auch der lächerlich abgrundtief böse Tierwärter Dodge (Tom Felton, bekannt als Draco Malfoy aus der Harry Potter Reihe).

Und während man ungeduldig auf den großen Ausbruch, die Revolution, die beginnende Vernichtung der Menschheit wartet, enttäuscht der Film mit fehlender Radikalität, einem unspannenden Showdown sowie einem spektakulär schwachen Hollywood-Ende, nur um dann im Abspann mittels einer netten Grafikanimation das zu erzählen, was man eigentlich gerne im Film gesehen hätte. Ein bisschen mehr „mad house“, wie Charlton Heston im Originalfilm die Herrschaft der Affen mit überdramatisch angstverzerrtem Gesicht bezeichnet, hätte der Prevolution wahrlich nicht geschadet. Vielleicht lauert hier aber auch schon ein in nicht allzu ferner Zukunft auf uns zukommendes würdigeres Sequel zum Prequel, eine wirkliche Revolution zur Prevolution?

Regie: Rupert Wyatt, Drehbuch: Rick Jaffa & Amanda Silver, Darsteller: James Franco, Freida Pinto, John Litghow, Brian Cox, Tom Felton, David Oyelowo, Andy Serkis, Laufzeit: 105 Minuten, Kinostart: 11. 08. 2011

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 Einsendeschluss ist der 18.08.2011 und der Rechtsweg bleibt wie immer ausgeschlossen!

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