Der Nachname (c) 2021 Constantin Film(3)

Der Nachname

3
Komödie

War Sönke Wortmanns Remake der französischen Leinwandadaption des gleichnamigen Theaterstücks bereits ein Schatten des boulevardesken Originals, ist sein Sequel Der Nachname noch wesentlich blasser. Wie beim x-ten Aufguss eines kalten Kaffees schmeckt alles an der überflüssigen Wiedervereinigung des Figuren- und Darstellerensembles schal und abgestanden. Damit das bürgerliche Zielpublikum, das den Erstling erwartungsgemäß erfolgreich machte, sich nicht hinterfragen muss, ist die dramatische Fallhöhe so flach wie der Humor. Die verwitwete Mama Dorothea (Iris Berben) will Adoptivsohn René (Justus von Dohnányi) in ihrem Lanzarote-Luxusdomizil heiraten und ihren alten Ehenamen ablegen. Damit wäre dem Titel, der vermutlich vor dem spärlichen Konzept feststand, genüge getan.

 

Sohn Thomas (Florian David Fitz) befürchtet das Aussterben der männlichen Linie, an deren Fortbestand er mit Partnerin Anna (Janina Uhse) arbeitet. Beide helfen nach: er mit Viagra, sie mit der Pille. Stephan (Christoph Maria Herbst) mangelt es trotz Akademiker-Arroganz an finanzieller Potenz, wovon Gattin Elisabeth (Caroline Peters) nichts weiß. Von mehr Nachwuchsplänen bis Nicht-Affären haben alle ihre banalen Geheimnisse.

Die psychologische Perversion und quasi-inzestuösen Begierden der sich als Mittelschicht missverstehenden Reichen inszeniert Drehbuchautor Claudius Pläging als Selbstverständlichkeit. Kommt in der drögen Inselidylle parodistisches Potenzial auf, wird es geflissentlich umschifft, denn die Scheinsatire will nicht demaskieren, sondern hofieren.

Regie: Sönke Wortmann, Drehbuch: Claudius Pläging, Darsteller: Justus von Dohnányi, Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz, Iris Berben, Janina Uhse, Caroline Peters, Filmlänge: 87 Minuten, Kinostart: 20.01.2022

Der Nachname