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Epic – Verborgenes Königreich

Die junge M.K. muss sich mit dem Verlust ihrer Mutter und den Fantasien ihres Vaters auseinander setzen. Dabei entdeckt sie eine verborgene Welt, die direkt vor ihrer Nase liegt. Für kleine Kinder schön zum ansehen, für Erwachsene allerdings schon altbekannt.

Als Mary Katherine – kurz M.K. – nach dem Tod ihrer Mutter bei ihrem Vater einzieht, muss sie feststellen das dieser sich völlig in seinen Forschungen auf der Suche nach kleinen Baummenschen verstiegen hat. Doch durch eine schicksalhafte Begegnung trifft sie auf die Königin dieser so mysteriösen Wesen und bekommt von ihr eine Blütenknospe anvertraut, deren Blume den Wald retten soll. Während diesem Vorgang wird sie geschrumpft und findet sich plötzlich in der Welt der Leafman wieder. Gemeinsam mit ihnen muss sie die Bedrohung durch die Finsterlinge des Verfalls abwenden, die damit drohen den gesamten Wald verrotten zu lassen. Dafür ist es notwendig, die Blütenknospe unter dem Licht des Mondes aufgehen zu lassen und so eine neue Königin des Waldes zu finden. M.K. wird sich bald bewusst, dass sie dies nur mit Hilfe ihres Vaters schaffen kann.


 

Epic – Verborgenes Königreich ruft vor allem eines hervor: Erinnerungen. Erinnerungen an andere Filme, die man schon gesehen hat und die ähnlich von Handlung und Bildsprache waren. Ferngully und Arthur und die Minimoys springen als Erste auf, danach denkt man an ein Avatar für das Kinder-Publikum. Der männliche Held sieht aus wie Flynn Rider aus Disneys Rapunzel und einige Figuren kommen einem aus Alice im Wunderland bekannt vor. Nun ist das insofern nützlich, als Kinder im Alter von 4- 10 Jahren die eben genannten Werke vielleicht noch nicht kennen und daher etwas Neues sehen und die Eltern sich zumindest an den Anspielungen zu Filmen ihrer eigenen Kindheit und Jugendzeit erfreuen können.

Vom ersten Moment ist vollkommen klar, wie der Epic – Verborgenes Königreich enden wird. Doch auch so ist die Botschaft, die Natur mehr zu entdecken, auf dass man sie versteht, gerade in Zeiten erhöhten Medienkonsums  besonders bei Kindern sicher nicht verfehlt. Der Film ist entspannend und zeigt gute Bilder mit netten Ideen. Die Bösewichter sehen aus wie eine Mischung aus Insekten und Haien und bieten damit ein wirklich lustiges Bild. Die Faszination für Wissenschaft und die Hingabe, die es dafür braucht, werden hier zwar wieder einmal mit dem Bild des verrückten Professors bedient, aber das ist sicher besser als gar kein wissenschaftlicher Fokus. Für Kinder ist Epic – Verborgenes Königreich sicher geeignet und in der englischen Ausgabe bekommt man ein paar interessante Synchronstimmen zu hören- unter anderem Christoph Waltz als Bösewicht Mandrake.

Warum viele der englischen Begriffe und Bezeichnungen für die deutsche Fassung nicht übersetzt wurden, bleibt allerdings rätselhaft. Die Musik und das Setting erinnern sehr an Brave, der Film ist aber von der Handlung weniger düster. Ein Standard Werk mit Standard Handlung eben. Von dem pompös benannten „Epic“ merkt man also nicht viel. Kinderbuchautor William Joyce kann nichts dafür und hat noch einiges anderes geschrieben, was sich bereits auf der Leinwand wiederfindet. Die Umsetzung durch Chris Wedge ist charmant, bietet aber im Bereich Imagination und Erzählung nichts Neues.

Regie: Chris Wedge, Drehbuch: Matt Ember, William Joyce, Tom J. Astle, James V. Hart, Daniel Shere
Darsteller: Amanda Seyfried, Josh Hutcherson, Christoph Waltz, Colin Farrell
Laufzeit: 102 Minuten, 
Kinostart: 16.05.2013, www.epic-derfilm.at