Borderlands-GOTY-Edition-©-2010-Gearbox,-2K-Games

Borderlands – Game Of The Year Edition

8
Shooter

Karge, von allerlei Unwettern gezeichnete und trostlose Einöden bzw. Städteruinen haben seit dem famosen Action-RPG-Endzeitspektakel Fallout 3 einen besonderen Platz in den Herzen der Spieler eingenommen. Wer kann es ihnen auch verübeln, das ein Spaziergang durch ein chaotisches Wasteland mehr Überraschungen zu bieten hat als ein Schlendern durch landschaftsarchitektonisch gestaltete Gärten? Ein logischer Schachzug der klugen Entwicklerschmiede Gearbox Software war offensichtlich, das gelungene Setting des genannten Spiel des Jahres zu nutzen und dabei dann doch einige grundlegende Veränderungen vorzunehmen. Vor allem das entschlackte RPG-Element kommt dem actionlastigen Gameplay entgegen, auch die an den Looting-Klassiker Diablo angelehnten Waffenklassifizierungen (farbige Hinweise geben Auskunft über die Wertigkeit der Objekte) überzeugen und verleiten zu langen Aufenthalten im virtuellen Pandora.

Die tolle Cell-Shade Optik mit ihren kräfigen Farbenakzenten beeindruckt dabei ebenso wie das nette Charakter- und Waffendesign; erfrischende Gameplay-Elemente wie der 4-Spieler-Koop-Modus und das Second Wind-Gimmick (kurz vor dem Ableben hat man die Möglichkeit zur Regeneration, sofern der verursachende Täter zur Rechenschaft gezogen werden kann) garantieren zudem herausfordernde Auseinandersetzungen – auch gegen die mitlevelnden Gegnerschaaren.


Die Kritik am Missionsdesign wurde bei den Erweiterungen zumindest teilweise aufgegriffen – was gleich beim ersten Add-On The Zombie Island of Dr. Ned sowie The Secret Armory of General Knoxx angesichts der etwas verdichteteren Atmosphäre und interessanteren Auftragsgestaltungen zu sehen ist. Mad Moxxi’s Underdome Riot und die jüngste Erweiterung, Claptrap’s New Robot Revolution, runden das Angebot ab, als revolutionär sind sie jedoch insgesamt nicht zu betiteln – zu langwierig erscheinen manche Missionen, auch die unnötigen Fetch-Quests gepaart mit teils nervtötenden Zielsetzungen können den einen oder anderen bösen Blick von Seiten des Spielers auf sich ziehen.

Die Mischung aus reinrassigen FPS-Shooter-Elementen mit dem RPG-Genre ist beim hübsch gestalteten Borderlands bekanntlich gelungen. Wer sich bei diesem Komplettpaket immer noch nicht sicher ist, sollte es zumindest einmal antesten, am besten zu viert. Ob sich der Kauf für Besitzer der Originalversion wirklich auszahlt darf bezweifelt werden, zumal lediglich die Codes für die jeweiligen Online-Stores mitgeliefert werden und nicht auf der Disc verewigt sind.

Ein Schnäppchen für Sandbox-Begeisterte, die die Fallout 3 GOTY-Edition satt haben oder auf das neue Fallout: New Vegas verzichten können, ist Borderlands aber immer noch. Info am Rande für Duke Nukem-Fans: Es liegt auch ein „First Access Code“ für die kommende Demo des von Gearbox diese Jahr übernommenen, nach 12 Jahren Entwicklungszeit (demnächst?) fertiggestellten Duke Nukem Forever bei!

Plattform: PS3 (Version getestet), Xbox 360, PC,  Altersfreigabe (PEGI): 18, Spieler: 1- 4 (Koop), Erscheinungsdatum: 15.10.2010