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MØ – No Mythologies to follow

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Alternative-Pop

MØ – allein schon der Name der jungen Künstlerin, die sich als der neueste Indie- Musikexport aus Dänemark präsentiert, zieht die Aufmerksamkeit naturgemäß auf sich.

Nun hat aber ihre Musik logischerweise nichts mit der Aussprache ihres Künstlernamens zu tun, der sich – ja, wirklich – wie das Geräusch anhört, das Kühe nun einmal so von sich geben. Eine zerbrechliche kleine Elfe? Eine Rock-Göre? Was versteckt sich hinter dieser 24-jährigen Künstlerin? Man hat es eigentlich relativ rasch, schon beim ersten Mal Hineinhören in das im März auf den Markt kommende Debütalbum begriffen: nichts von beidem.

Schnell einmal ist man an Robyn erinnert, die sich mit ihrer Musik und künstlerischen Entwicklung neben hinreißenden Stimmen wie Roisin Murphy den Top-Platz unter den weibliche Ausreißern der Szene gesichert hat. Auch MØ bringt dieses gewisse Etwas mit – sie wird natürlich eher dem Pop als einem anderen Genre zugerechnet und doch entspricht sie ihm nicht vollkommen. Die wie selbst gemischt wirkenden Beats, die langgezogenen Klänge, das auf und ab zwischen Melancholie und Durchschlagekraft weisen in ganz verschiedene Richtungen. So zeigt sie sich im Video zu ihrer Single Glass betont entschleunigt, setzt auf Zeitlupenaufnahmen in schwarz-weiß, Symbolik anhand diverserer Tieraufnahmen verdichtet sich mit den melancholischen Klängen, die eigentlich so ganz und gar nicht nach einem aufgeweckten, jungen Mädchen zeugen. Eher nach jemandem, der sich schon einige Gedanken darüber gemacht hat, was er transportieren will und vor allem wie.


Lange schon schreibt MØ ihre eigenen Songs, hat schon mit einer Punkband durch Europa getourt bevor sie beschlossen hat, jetzt ihre eigene Sache ganz groß aufzuziehen. Sie mischt nicht nur eingängige Beats, sondern auch Elemente des Hip Hop, R’n’B so gekonnt in ihre elektro-poppigen Lieder hinein, dass man die einzelnen Zutaten mancher Songs nicht einmal im ersten Moment benennen könnte – nur im Zusammenspiel aller wird die Wirkung erzielt. So zum Beispiel der sicherlich beste Anspieltipp auf diesem Album, genannt Don’t wanna dance, wo sie sich im Refrain zu einer hinreißenden Melodie steigert, die nicht nur von Glockenspiel, sondern auch diversen Blasinstrumenten getragen wird.Ihre Stimme wirkt oft verzogen, wie übermalt von den vielen Hintergrundgeräuschen, von denen dieses ganze Album strotzt. Dennoch: MØ  ist eine erfrischend neue und vor allem andere Art der Popgeschichte.

MØ – No Mythologies to follow, RCA UK /Sony, www.momomoyouth.com