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Blue Valentine

Die Viennale 2010 hatte wieder zahlreiche großartige Spielfilme in den Startlöchern und mit Blue Valentine von Derek Cianfrance zeigte das Festival eine originelle Produktion mit besonderem Charme. Der Film handelt von Liebe und Hass sowie Traum und Realität, porträtiert dabei gekonnt eine ehrliche Darstellung einer Beziehung…

Blue Valentine beschreibt das Leben einer jungen Familie, die in einem kleinen Haus in Pennsylvania unter einfacheren, ländlichen Umständen wohnt und in welcher der Alltag eingekehrt ist. Wo früher Liebe und Leidenschaft herrschte, bestimmen mittlerweile Arbeit, Geldsorgen und Traurigkeit die Tage. Die einstige tiefe Zuneigung zwischen Dean (Ryan Gosling) und Cindy (Michelle Williams) scheint verflogen zu sein. Deswegen wollen die beiden einen letzten Versuch unternehmen um ihre Ehe zu retten.

Die Geschichte klingt zwar scheinbar simpel, aber die unerwartete Darstellung der Thematik verleiht der Erzählung das gewisse Etwas. Immer wieder gab und gibt es Filme über die berühmt berüchtigte Liebe auf den ersten Blick, doch die Umsetzung unter der Regie von Derek Cianfrance ist romantisch anders. Cianfrance begann im zarten Alter von 13 Jahren Filme zu machen, absolvierte später ein Filmstudium an der University von Colorado, wo er weitere Filme realisierte. Seinen ersten Spielfilm Brother Tied, welcher auf dem Sundance Film Festival uraufgeführt wurde, entstand 1998. Nach einigen Kurzfilme und Dokumentationen, drehte er aber erst mit Blue Valentine wieder einen Spielfilm.


Dieser beleuchtet vor allem die Kämpfe des Erwachsenwerdens und das mit den ersten zu treffenden Entscheidungen die Möglichkeiten, welche man in seiner jugendlichen Naivität noch glaubt erreichen zu können, von Tag zu Tag in weite Ferne rücken. Diese zwischenmenschlichen Konflikte bringt Cianfrance mit einer beeindruckenden Leichtigkeit auf die Leinwand, wie man es selten gesehen haben dürfte. Dabei lebt der Film primär vom Talent der beiden Hauptdarsteller Ryan Gosling als Dean und Michelle Williams als Cindy. Vor allem in den teilweise improvisierten und wenig geprobten Szenen überzeugen die Beiden durch äußerst gelungene, authentische schauspielerische Leistungen.

Blue Valentine ist keine typisch romantische Mainstream-Schmonzette, sondern eine kreativ, schöne Inszenierung über Leben, Anziehung, Liebe, vergängliche Momente, dem traurigen Einzug des Alltags und der verstörenden Erkenntnis, dass Liebe alleine manchmal nicht ausreicht.

Regie: Derek Cianfrance, Drehbuch: Derek Cianfrance, Joey Curtis, Cami Delavigne
Darsteller: Ryan Gosling, Michelle Williams, Mike Vogel, John Doman, Faith Wladyka
Filmlänge: 114 Minuten, Kinostart: 11.11.2011, www.bluevalentinemovie.com





  • Paul

    brilliante schauspielerische leistung! zwar drückende stimmung, aber trotzdem ein echter tipp

  • Elli

    Ich finde den Film echt traumhaft schön. Einer der Besten, den ich im letzten Jahr auf der Viennale gesehen hab

  • drückende Stimmung – das ist wahr! Definitiv kein Film den man sich mit seiner Freundin bzw. seinem Freund ansehen sollte. Blue Valentine ist ein deprimierender, wenn doch auch sehr guter Film.