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Björk – Bastards

Ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres achten, durchaus positiv bewerteten Solo-Studioalbums Biophilia erscheint Björks dazu passendes Remix-Album Bastards. Notwendig? Nein. Interessant? Ja…

Björks Musik besticht generell entweder durch ausdrucksstarken Minimalismus oder gekonnt überladene Up-Tempo-Nummern. Ob ein Remix einer der beiden Kategorien etwas hinzufügen kann, dass diese braucht, ist fraglich, aber sicher einen Versuch wert. Den Einstieg ins Album macht Omar Souleyman mit seinem Crystalline Remix – nicht gleich vom orientalischen Sound abschrecken lassen, der ist nämlich sehr dominant und nicht jedermanns Sache, bleibt aber auch kein Dauerzustand auf dem Album. Denn wegen der Vielzahl an beteiligten Musikern, die getrennt von einander ihre Versionen und Neuinterpretationen der Lieder der isländischen Sängerin auf Platte verewigt haben, wird von vorn herein schon kein roter Faden gesponnen, der sich durch das Album ziehen könnte.

So geht der zweite Track, Virus (Hudson Mohawke Peaches & Guacamol Remix), musikalisch gleich in eine völlig andere, sanft elektronische Richtung und stellt damit auch eines der Highlights auf Bastards dar. Ebenso das darauf folgende düstere Sacrifice im Death Grips Remix. Eine durchaus interessante Idee ist es auch, verschiedene Remixes von ein und dem selben Song im direkten Vergleich zu hören. Mutual Core wird sowohl von These New Puritans als auch von Matthew Herbert’s Teutonic Plates neu durchgemischt – beides auf seine Art gelungen und sehr unterschiedlich.



Auch Thunderbolt wird zweimal in seine Einzelteile zerlegt und neu zusammengefügt, hier allerdings in der Death Grips Variante sehr hektisch und schwer in einem zu ertragen (wenn auch nur gute fünf Minuten lang). Omar Souleymans Sound nimmt auch hier sehr viel Björk weg und lässt vom Original nicht mehr allzu viel durchscheinen. Die Platte endet quasi wie sie beginnt, nämlich mit Crystalline, wiederum im sehr gelungenen Matthew Herbert’s Remix.

Bastards ist – im Wahrsten Sinne des Wortes – ein gemischtes Album, auf dem sich durchaus Hörenswertes, aber auch einige etwas mühsame Nummern finden. Empfiehlt sich aber für den eingefleischten Björkfan und all jene, die an der Kunst des Remixens generell interessiert sind und sich hier die verschiedensten Interpretationsmöglichkeiten eines Songs vor Ohren führen wollen. Als Hintergrundmusik für das heimelige Alltagsleben ist das Album aufgrund seiner konfusen Hektik aber eher weniger zu empfehlen, es sei denn jemand findet in diesem Chaos den Soundtrack seines Lebens wieder.

 Björk – Bastards – One Little Indian