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Monster Hunter Rise

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Monster Hunter ist wieder da. Nach einem kurzen Ausflug in die Welt der Hochglanzkonsolen findet die Franchise nun mit Monster Hunter Rise wieder ihren Weg in die handlichere Welt der Nintendo-Konsolen.

Monster Hunter Rise ist, nachdem der Content-Nachschub in Monster Hunter World eingestellt wurde, nun das nächste große Kapitel für digitale Jäger und Sammler. Das Thema des neuen Ablegers ist diesmal voll und ganz auf Japan getrimmt: Japanische traditionelle Musik, entsprechende Designs, vom Theater-inspirierte Monsterauftritte – man hat fast das Gefühl, Capcom wolle nun nach dem Fokus auf ein westliches Publikum das Japanische zurückgewinnen.

Grundsätzlich bleibt alles beim Alten: Der Spieler streift durch diverse naturbelassene Umgebungen um riesige Dinosaurier-artige Wesen aufzuspüren und in minutenlangen, adrenalingefüllten Gefechten niederzustrecken um sie zu häuten und sich daraus neue Socken zu stricken. Das Geschehen ist und bleibt dabei auf Hardcorespieler ausgelegt. Einsteiger müssen weiterhin mit intensiver YouTube-Recherche Vorlieb nehmen, wenn sie das Spiel erlernen wollen.

Wer jedoch Erfahrung mitbringt kann sich gleich auf die neuen Features stürzen: Nicht nur dass diverse Quality-of-Life Features aus Monster Hunter World übernommen wurden, sind die Karten auch auf der Version für Nintendos Switch große zusammenhängende Areale. Um diese effizient zu durchstreifen, steht dem Spieler ein neuer Hund zur Seite, der geritten werden kann, um weite Strecken in Windeseile hinter sich zu lassen. Prominentester Neuzugang ist aber sicher die Spinnenseide, mit welcher der Spieler sich frei a la Spider-Man durch die Gegend schwingt und in Kombination mit neuen Skills völlig neue Bewegungsfreiheit erhält.

Der neue Anstrich funktioniert prächtig, auch wenn die Geister von Hardcore-Fans sich mit Sicherheit über die eine oder andere Erleichterung scheiden werden. Wenn man zum Beispiel ein Icon erhält, weil ein Monster geschwächt genug ist, um eingefangen zu werden, geht mit Sicherheit ein wenig klassische Spannung verloren.

 

Für gute 50 Stunden sollte man aber recht gut unterhalten sein. Der Schwierigkeitsgrad bleibt dabei durchwegs auf niedrigem Niveau und gegen Ende fällt auf, dass scheinbar doch eine Menge an Content zu fehlen scheint. Capcom plant hier noch mit regelmäßigen Update nachzubessern und so kann man das Spiel in seiner Gesamtheit noch nicht bewerten. Im Moment prallt der süchtig machende Spielablauf aber an eine Wand und vor allem das Endgame leidet am beschriebenen, chronischem Content-Mangel in Form von ultimativen Herausforderungen sowie unterschiedlichen Skill-Builds.

Die technisch makellose Präsentation, die derzeit auf der Switch ihres Gleichen sucht, der brillante Soundtrack, die weitläufigen Spielareale und detailverliebten Monster können den Spieler aber auch so über lange Zeit in ihren Bann ziehen. Ein Highlight ist der Release in einem bisher recht ereignislosen Jahr in jedem Fall. Bleibt nur zu hoffen dass Capcom bis zum obligatorischen großen DLC Update noch das Ende des sonst hervorragenden Monster Hunter Rise ein wenig aufpoliert.

Plattform: Switch (Version getestet), PC, Spieler: 1-4, Altersfreigabe (PEGI): 12, Release: 26.03.2021, Link zur Homepage