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Wonne aus der Tonne – Das Haus der lachenden Fenster

Hallo liebe Leserschaft auf der Suche nach entlegenen Wegen auf den Pfaden der Filmlandschaft!

Der Winter ist in unseren Frühling und damit auch in so manches Herz zurückgekehrt. Das nehme ich sehr ernst, und präsentiere euch hiermit voller Hingabe ein besonders dunkles Exemplar in unserer beliebten Top 10 Gialli aus der zweiten Reihe. Die erste Halbzeit ist hiermit geschafft – Vorhang auf für Platz Nummer 6:

Das Haus der lachenden Fenster

OT: La casa dalle finestre che ridono, Italien, 1976, Regie: Pupo Avati, Drehbuch: Antonio Avati, Pupi Avati, Darsteller: Lino Capolicchio, Francesca Marciano, Gianni Cavina, u.a.

In den 50er Jahren wird der junge Restaurator Stefano (Lino Capolicchio) in ein kleines Dorf bestellt, um dort das Fresko „Martyrium des Heiligen Sebastian“ des Malers Buono Legnani zu überarbeiten. Der Maler hat sich zu Lebzeiten den zweifelhaften Beinamen „Maler des Todes“ eingefangen. Angeblich hat er mit Vorliebe sterbende Menschen als Modelle gewählt.

Gerade erst angekommen erhält Stefano mysteriöse Anrufe, die ihn zum sofortigen Abbruch seiner Tätigkeit und Verlassen des Dorfs aufrufen. Aber weder das, noch das plötzliche und ziemlich sicher nicht natürliche Ableben seines Freundes Antonio, der ihm den Job verschafft hat, können den mutigen Restaurator davon abhalten, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu begeben…

Das Haus der lachenden Fenster ist, wie bereits erwähnt, ein ziemlich finsterer Film. Er eröffnet mit einem äußerst verstörenden Vorspann, um dann erst einmal einen recht gemächlichen Gang einzulegen. Nur langsam entwickelt sich die Geschichte, eingebettet in schöne Kamerafahrten und ebensolche Landschaftsaufnahmen. Regisseur Pupi Avati wird von Kennern als einer der ganz großen Genrefilmer jener Zeit gehandelt, und ist auch heute noch durchaus aktiv. Mit sicherer Hand inszeniert er seine Geschichte mit viel Atmosphäre und Lokalkolorit, und kann dabei gekonnt die Spannungsschraube gegen Ende anziehen. Dieses fällt besonders perfide aus und wird hier selbstverständlich nicht verraten. Nur so viel, meine Frau hat danach gesagt: „Ich bin verstört.“ Hat man auch nicht alle Tage.

Es ist somit sicher kein übermäßig unterhaltsamer, aber sehr kunstvoller und seriös gestalteter Streifen. Dass gerade dieser Film so lange als verschollen galt, erst 2012 aus dem Hut hervorgezaubert wurde und als „längt vergessene Giallo-Perle“ auf den deutschen Markt kam (und erstmals synchronisiert wurde), überrascht dann doch ein wenig. Dieser Film hätte eindeutig mehr Aufmerksamkeit verdient.

Das war sie also, unsere erste Hälfte dieser wundervollen Top 10. Nächste Woche präsentiere ich hier wirklich einen meiner absoluten Lieblings-Gialli. Ungelogen. Und es wird auch noch eine ganz besondere Überraschung geben. Seid gespannt. Wir lesen uns!