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The Amazing Spider-Man (3D)

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Comic-Verfilmung

Genau wie über Geschmack lässt sich auch über die Sinnhaftigkeit eines „Spider-Man“-Reboots streiten. Denn es handelt sich hierbei wahrhaftig nicht um eine „Untold Story“, wie es der Trailer ankündigt. Zudem ist es noch nicht sonderlich lange her, dass Raimis letzter Teil über die Leinwand flimmerte (und enttäuschte). Was können uns Regisseur Marc Webb und Hauptdarsteller Andrew Garfield also Neues bieten? Peter Parker (Andrew Garfield), ein cooler Nerd und mittlerweile schon zum Klischee verkommen, wird bei dem Versuch, mit dem Wissenschaftler Dr. Curt Conners (Rhys Ifans) zu sprechen, der zudem ein Kollege seines verschwundenen Vaters war, von einer genmanipulierten Spinne gebissen. Peter Parker wird zu Spider-Man. Kurz darauf wird Dr. Conners bei einem Selbstexperiment in den „Lizard“ verwandelt – im Grunde eine Art „Hulk“, nur eben als Echse. Neben seinem Kampf gegen das Böse hat Peter natürlich auch sein obligatorisches Love-Interest in Person von Gwen Stacy (Emma Stone). 


Die Handlung ist nun wirklich nichts Neues und scheint fast schon die Einzige zu sein, die eine Comicverfilmung heutzutage haben kann (was schade ist angesichts der Komplexität so vieler Comicbücher). Infolgedessen ist der Verlauf der Geschichte absolut vorhersehbar, es gibt keinerlei Überraschungen oder inhaltliche Neuerungen. Einzig der Versuch, eine wissenschaftliche Erklärung für die Entstehung von Spider-Man bzw. The Lizard zu liefern, fällt nicht nur störend auf, sondern wirkt einfach nur lächerlich und aufgesetzt.

Am ärgerlichsten jedoch ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass „The Amazing Spider-Man“ nur aus einem Grund gemacht wurde: Geld. Jeder Bildkader trieft förmlich vor diesem Hintergedanken (und stellt gleichzeitig einen erneuten Beweis für unnötigen 3-D Gebrauch dar). Der Film stellt keine sinnvolle Bereicherung dar, sondern existiert offenbar nur, um massig Geld zu verdienen. Alleine dieser Umstand gibt dem Streifen einen bitteren Beigeschmack, denn wieso sollte man sich angesichts dessen für „The Amazing Spider-Man“ ein Kinoticket kaufen? 

Eigentlich nur für einen einzigen Grund: Der Film macht trotz allem wirklich Spaß. Er ist, selbst mit seinen stolzen 136 Minuten Länge erstaunlich rasant und unterhaltsam. Die Actionszenen sind gelungen, wenngleich nicht immer so großartig, wie sie sein könnten, und das Tempo wird stetig gesteigert. Die zwischenmenschlichen Beziehungen nehmen zum Glück keine Überhand, denn sie sind leider nicht sonderlich gut gelungen. Und am Ende des Films wundert man sich tatsächlich darüber, dass so viel Zeit vergangen ist. „The Amazing Spider-Man“ ist zumindest Popcorn-Kino vom Feinsten.

Abschalten und genießen, das ist die Devise, mit der man sich „The Amazing Spider-Man“ anschauen muss, um sich zu amüsieren. Schafft man das nicht oder erwartet man sich mehr, wird man eine herbe Enttäuschung erleben. Eines muss aber auch noch positiv erwähnt werden: Andrew Garfield gibt einen besseren Spinnenmann ab als Tobey Maguire. Also, wer einfach nur Spaß haben und einen unterhaltsamen Filmabend haben will, der wird hier bestens bedient. Jeder der mehr will, sollte dieses Machwerk auf alle Fälle meiden. 

Regie: Marc Webb, Drehbuch: James Vanderbilt, Alvin Sargent, Steve Kloves, Darsteller: Andrew Garfield, Emma Stone, Rhys Ifans, Denis Leary, Martin Sheen, Sally Field, Laufzeit: 136 Minuten, Filmstart: 28.06.2012




  • Ich hatte sowas schon erwartet…Das komische an der Sache (am Reboot selbst) ist allerdings, das trotz der offensichtlichen Motivationsgründe (Kohle) bisher dennoch recht gut gesinnte Kritiken veröffentlicht wurden. Schlimm, sowas!