Pokemon-Pokopia-(c)-2026-Nintendo

Pokémon Pokopia

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Simulation

Wenn ein Nintendo-Flaggschiff wie Pokémon Pokopia in den Hafen segelt, ist das eigentlich immer ein Fest. Auch bei der Switch 2 kann nun wirklich niemand behaupten, es gäbe keinen Spielenachschub. Doch eine eigenartige Mischung aus Upgrade-DLCs, gecancelten Ports und eher unaufgeregten Sequels sorgt dafür, dass sich das Switch‑2‑Line-up ein Jahr nach Release etwas verloren anfühlt. Es fehlt ein wenig an den heiß ersehnten Kronjuwelen, den unsterblichen Nintendo-Releases, die auch Jahre später noch Gesprächsstoff liefern.

Wer also auf der verzweifelten Suche nach einem Blockbuster auf Pokémon Pokopia stößt und zunächst ein langweiliges Cozy-Spin-off vom Dynasty Warriors-Entwickler zur ohnehin schon problematischen Pokémon-Reihe vermutet, dem sei die Perspektive ein wenig zurechtgerückt. Ein Team an Entwicklern, das derzeit unter dem Dach von Omega Force arbeitet, gehört nämlich insgeheim zum „Hot Shit“ der japanischen Spieleindustrie.

Bauen statt kämpfen: Das steckt hinter Pokémon Pokopia

Verantwortlich zeigte man sich in der Vergangenheit für Dragon Quest Builders und Dragon Quest Builders 2, zwei Releases, die gar nicht genug Lorbeeren einfahren konnten. Vielfach mit „Sieht aus wie Minecraft“ abgekanzelt, blieb der große Erfolg trotz hochwertiger Lizenz aber aus. Umso erfreulicher ist es, dass sich dasselbe Team nun an der zugkräftigen Pokémon-Lizenz versucht und damit den Tisch noch einmal neu deckt. Tatsächlich ist Pokémon Pokopia eines der gemütlichsten Spiele, die man sich vorstellen kann. Steckte bei Dragon Quest Builders noch ein Action-RPG unter der Haube, geht es in Pokémon Pokopia komplett friedlich zu. Pokémon-Kämpfe gibt es hier nicht.

Die Pokémon erwachen in einer völlig zerstörten Welt und fragen sich, was eigentlich aus der Menschheit geworden ist, von der keine Spur mehr existiert. Ein Szenario, das 2026 bei vielen Spielern auf Resonanz stoßen wird. Die Aufgabe des Spielers ist es nun, die Welt wieder aufzubauen und mit neuem Leben zu füllen.

Viel mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Gebaut wird, wie schon bei DQB, im Minecraft-Stil. Der Spieler errichtet spezifische Habitate, in denen sich die einzelnen Pokémon-Kreaturen wohlfühlen und ansiedeln können. Einen roten Faden bieten größere Meta-Aufgaben, etwa eine Stadtruine großflächig mit elektrischem Licht zu versorgen. Insgesamt findet man vier solcher Szenarien in vier gigantischen Levels und hat zusätzlich Zugriff auf eine separate Welt, in der alles frei bebaubar ist.

Minecraft, Animal Crossing und Pokémon in einem

Nicht zu übersehen ist auch der Einfluss von Animal Crossing. Das Spiel setzt auf Echtzeit-Feeling, Interaktion mit den Bewohnern, die ihre individuellen Persönlichkeiten entfalten und miteinander interagieren. Wer bei Animal Crossing jedoch angesichts der Limitierungen in der Weltgestaltung frustriert war, dem eröffnen sich in Pokopia ungeahnte Möglichkeiten.

Man verliert sich über Stunden in einer friedlichen Melancholie, in der kein Platz für Konflikte oder Gefechte ist. Bauen, Ausprobieren, Entdecken: ein süchtig machender Zyklus, der jedem gefallen wird, der Lego mag. Nicht zuletzt ist es auch die Pokémon-Lizenz selbst, die mit Pokopia einen frischen Anstrich erhält. Die rund 300 Kreaturen alle zu finden, ist eine Mammutaufgabe, die den Spieler lange bei Laune halten kann.

Fazit zu Pokémon Pokopia: Ein mutiger Neustart

Und somit ist Pokémon Pokopia genau das, was die Switch 2 derzeit braucht: ein langlebiges, umfangreiches und zugleich prägendes Spielerlebnis, das man nirgendwo sonst findet. Das Spiel macht gute Laune ohne allzu zuckersüß auszufallen, und ist damit eine große Empfehlung für Nintendo-Fans jeglicher Couleur.

Plattform: Switch 2 (Version getestet), Altersfreigabe (PEGI): 3, Spieler: 1, Release: 05.03.2026, Link zur offiziellen Webseite




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