Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden
Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden (Tomodachi Life: Living the Dream) ist die neue Auflage des Nintendo-eigenen Sims-Ablegers. Als absurde LOL-Fabrik kennt man die Reihe noch vom 3DS, natürlich hat sich seit damals einiges getan. Auffallend ist bei Tomodachi Life die abenteuerliche Kurve, mit der der Spielspaß sich entwickelt.
In den ersten Stunden ist man davon gefesselt, mit dem aufwendigen Charakter-Editor Miis zu basteln, ihnen ausgeklügelte Persönlichkeitsmuster zu verpassen und mit dem bewusst minimalen Stimm-Generator herumzuspielen. Man gestaltet Freunde und Familie, Prominente und virtuelle Persönlichkeiten – eben alles, was einem in den Sinn kommt. Miis erhalten ein Heim und werden mit Beziehungswünschen ausgestattet, die diesmal keinen Nintendo-konservativen Wertevorstellungen entsprechen müssen, und so geht die virtuelle Seifenoper los. Man erlebt die absurdesten Szenarien, von surrealen Traumsequenzen bis zu Reality-TV-artigen Auseinandersetzungen. All das ringt selbst dem kaltblütigsten Spieler ein Lächeln ab.
Wenn der Alltag zur Routine wird: Wiederholung als Spielverderber
Doch relativ bald stellt sich eine gewisse Berechenbarkeit ein, denn unter der Haube finden sich Muster, die sich allzu oft wiederholen. Immer dieselben Minispiele und Events sorgen dafür, dass sich – auch wenn man den Titel wie gedacht nur ein wenig jeden Tag anwirft – ein öder Alltag einstellt. Die vielen kleinen Mikroentscheidungen, die Entwicklung von Charakter-Eigenheiten oder das Vorschlagen von Themen fügen sich niemals zu einem großen Ganzen zusammen.
Man kann die Insel gestalten, aber das alles ist sehr simpel und lässt den Tiefgang vermissen, den man von so manch anderen zeitgemäßen Nintendo-Titeln kennt. Am Ende steht dann noch ein Paukenschlag, der den Spielspaß endgültig abtötet: Nintendo hat erfreulicherweise zwar entschlossen, keinerlei Inhaltsfilter anzuwenden. Miis verwenden immer die Worte, die ein Spieler wählt, und es darf auch völlig frei gezeichnet werden.
Vollpreis ohne volle Features: Der Online-Fauxpas
Der Haken dabei ist allerdings, dass Nintendo jegliche Funktion blockiert, um Inhalte übers Internet zu teilen. Screenshots machen? Fehlanzeige. Miis mit Freunden teilen? Gibt’s nicht. Man ist völlig absurden Hacks ausgeliefert, wie zum Beispiel Miis auf Amiibos zu speichern, um sie so zu transferieren. So geht das bei einem Vollpreisprodukt wie Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden wirklich nicht. Und selbst darüber hinaus schleichen sich so manche Qualitätsmängel in das Erlebnis ein: Zeichnen muss man per Touchscreen, die Switch-2-Mausfunktion wird gar nicht erst unterstützt. Auf der anderen Seite braucht man gar nicht mal versuchen, die Menüs über den Touchscreen zu bedienen. Und 30 FPS sind selbst auf der mächtigen Switch 2 das Limit.
Fazit zu Tomodachi Life: Unterhaltsam im Moment, enttäuschend auf Dauer
Alles in allem ist Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden ein wirklich durchmischtes Unterhaltungsprodukt: Der absurde Humor ist sympathisch und sehenswert, aber der fehlende Tiefgang und der komplette Verzicht auf Social-Features hinterlassen im Verlauf der Stunden einen sauren Nachgeschmack.
Plattform: Switch 2 (Version getestet), Switch, Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 3, Release: 16.04.2026, Link zur offiziellen Webseite