Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen (c) 2026 Freida McFadden, Heyne(2)

Die Ehefrau

Anno 2022 wurde Freida McFadden dank ihres Mega-Bestseller The Housemaid (Dt. Wenn sie wüsste) weltberühmt. Dabei schrieb die Autorin bereits gut zehn Jahre ihre Thriller, die sie bis dato im Selfpublishing veröffentlichte. Nachdem der Erfolg auch in Deutschland voll einschlug, veröffentlicht der Heyne Verlag regelmäßig neue Titel. Die neueste Veröffentlichung, Die Ehefrau, ist ein etwas älteres Buch – und wirkt wie der Prototyp für The Housemaid.

Die Frau im Dachgeschoss

Sylvie ist jung, mittellos und auf der Suche nach einem Job. Zufällig lernt sie den Star-Autor Adam kennen, der ein schweres Schicksal hat: Seine geliebte Frau Victoria erlitt bei einem Haushaltsunfall einen schweren Hirnschaden und sitzt seitdem im Rollstuhl. Adam ist dringend auf der Suche nach einer Gesellschaftsangestellten für seine beeinträchtigte Frau – so findet sich zusammen, was zusammengehört.

Sylvie zieht in das abgelegene Anwesen in Montauk und kümmert sich von nun an um Victoria. Die kommuniziert im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Sylvie und zeigt ihr, wo sie ihr geheimes Tagebuch versteckt hat. Sylvie beginnt darin zu lesen – und erfährt ungeheuerliches.

Wie lange lag das Tagebuch schon dort? Warum hat es vor mir noch niemand entdeckt? Und warum wollte Victoria, dass ich es finde? Sie kennt mich nicht mal.

Es ist wie immer alles ganz anders

Der Plot von Die Ehefrau wirkt wie eine Variation von McFaddens berühmtesten Buch, entstand aber eben zwei Jahre zuvor. Zu Beginn hat der Roman eine schöne Gothic-Atmosphäre, erinnert ein wenig an Rebecca von Daphne DuMaurier. McFaddens Stärke ist der Suspense, das flüssige, spannende Erzählen. Glaubwürdige Plots, respektive glaubwürdige Charaktere sind hingegen nicht ihr Steckenpferd. Mit Sylvie hat die Autorin wohl ihre unglaubwürdigste Figur erfunden.

Man möchte eigentlich ab Kapitel Eins ins Buch fassen und die Protagonistin beuteln, so dumm verhält sie sich am laufenden Meter. Das zieht dem Unternehmen leider ganz schön den Zahn, denn als Leser*in weiß man längst, dass nichts so ist, wie die naive Sylvie es glaubt. Und so passiert es dann auch: Alles ist ganz anders als die Hauptfigur denkt – und das ist keine Überraschung.

Die Ehefrau ist ein erstaunlich klapprig gebauter Thriller, den man besser nicht zu genau betrachten sollte. Sonst bricht das Gerüst komplett in sich zusammen. Atmosphäre und Spannung – ja, das kann die McFadden freilich. Selbst wenn sie – wie anscheinend hier – nur auf Autopilot schreibt. Aber die Wendungen und falsch gelegten Fährten sind diesmal eine Beleidigung für die Leser*innen.

Es ist so entzückend, dass ich mich übergeben möchte.

In einer Hinsicht ist Die Ehefrau dennoch interessant. Man kann der Autorin quasi über die Schulter schauen, wie sie sich mit diesem Projekt an ihren großen Durchbruch herangetastet hat. Eine kleine Nabelschau der Autorenschaft also. Ansonsten eher nur für Komplettistinnen des Gesamtwerks zu empfehlen.

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen? von Freida McFadden, 416 Seiten, erschienen im Heyne Verlag.

Die Ehefrau - Was hat sie zu verbergen

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen (c) 2026 Freida McFadden, Heyne




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