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Iron Man 3

8
Comic-Verfilmung

Tony Stark – und damit Iron Man – sieht sich seinem bisher größtem Feind gegenüber. Nur wenig Zeit ist vergangen nach den Ereignissen mit den anderen „Avengers“ in New York. Tony Stark jedoch ist ruhelos – ständig plagen ihn Selbstzweifel, Schlaflosigkeit und mitunter sogar Panikattacken. Wer ist er ohne den Anzug? Ablenkung liefern soll ein neuer Bösewicht und – natürlich Terrorist – der es auf die friedlichen Amerikaner abgesehen hat: Der Mandarin. Tony spricht eine übermütige Herausforderung an den Mandarin aus und muss daraufhin zusehen wie seine Villa dem Erdboden gleichgemacht wird. Nur mit Mühe entkommt er und findet sich daraufhin allein im Nirgendwo wieder. Der Mandarin hat starke Verbündete: fast unbesiegbare Soldaten, die von innen zu glühen scheinen und alles verbrennen, was ihnen im Weg steht.


 

Mehr soll aus Gründen der Spannungserhaltung und der schieren Menge an Handlung nicht verraten sein. Shane Black, der schon von Kiss Kiss Bang Bang (2005) bekannt sein dürfte, bringt hier einen Superhelden-Actionfilm der Sonderklasse auf die Leinwand. Nicht nur sieht man Robert Downey Jr. wieder in gewohnter Weise nonchalant auftreten, auch die Qualität hat sich im Vergleich zum zweiten Film der Serie enorm verbessert. Der dritte Teil  ist ein würdiger Nachfolger von The Avengers (zur Kritik) und zeigt uns ganz neue Facetten des Mannes aus der Dose („The Man in the Can“). Downey Jr. darf neue Seelentiefen des sonst so selbstsicheren Tony Stark erkunden und auch alle Nebencharaktere werden auf sinnvolle Weise eingebunden.

Besonders Guy Pearce zeigt wieder einmal seine hervorragende Wandlungsfähigkeit und lässt einen konstant mit fiebern. Auch Ben Kingsley ist in seiner Rolle als der mysteriöse Mandarin hervorragend und führt uns das Klischee und gewohnte Medienbild eines Terroristen vor. Drew Pearce und Shane Black wussten, dass sie sich mit einem Budget von 200 Millionen US Dollar nicht zurück halten müssen und bieten einem dafür über zwei Stunden an Unterhaltung in reinster Form. Voller origineller Ideen, die teilweise aus den Comicbüchern übernommen wurden, kommt hier ein tiefgründig-witziges Actionspektakel, dass sich des Titels „Blockbuster“ nicht zu schämen braucht. Der klassische Cameo Auftritt von Stan Lee darf natürlich nicht fehlen und auch viele Anspielungen auf die Avengers werden den Fans sicher nicht entgehen.

 

Die Frage, die bereits in The Avengers gestellt wurde: Wer ist Tony Stark ohne den Iron Man Suit? – wird hier aufgegriffen und aufschlussreich bearbeitet. Gwyneth Paltrow darf in ihrer Rolle der organisiertesten Frau der Welt endlich etwas mehr glänzen und zeigt sogar leicht Joss Whedon´schen Einfluss. Ähnlich wie bei The Avengers funktioniert der Film vor allem deshalb so gut, weil das Ensemble funktioniert. Don Cheadle steht als Buddy von Tony mit beiden Beinen fest auf dem Boden und bringt einen realeren Standpunkt in das sonst eher leichtherzige Iron Man-Universum.

Tony Starks Handlungsbogen wird abgerundet, lässt aber genug Fragen offen um sich auf den nächsten Avengers-Film zu freuen. Natürlich sollten Fans bis zum Ende der sehr gelungenen Credits sitzen bleiben (ja ganz bis zum Ende). Man kann Iron Man 3 aus allen möglichen Richtungen sehen: Komödie, Action, Comicverfilmung – es steht dem Zuschauer alles offen. Shane Black beweist, dass er ein Könner ist und kann einen mit Iron Man 3 sogar bei Sommerwetter ins Kino locken.

Regie: Shane Black, Drehbuch: Shane Black, Drew Pearce, Darsteller: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Guy Pearce, Ben Kingsley, Rebecca Hall, Don Cheadle, Laufzeit: 130 Minuten, Kinostart: 01.05.2013, www.ironman3-derfilm.de