The Horizon Band 3
Der finale dritte Band der dystopischen koreanischen Sadcore Manhwa-Reihe The Horizon von JH ist da. Und das Cover ist schwarz. Tief Luft holen, einmal durchatmen. Augen auf und durch.
Das Ende der Reise
Der Junge und das Mädchen scheinen am Ende ihrer Reise angekommen zu sein. Sie malen sich gemeinsam eine goldene Zukunft aus. Doch wer der Reihe bis hierher gefolgt ist, weiß: Es wird anders kommen. Und es wird nicht schön sein.
Der zweite Teil des finalen Bands zeigt uns den Jungen viele Jahre später. Ein alter Mann, der nichts mehr hat außer traurige Erinnerungen. Aber wer glaubt, dass das das Ende ist, für den gibt es vielleicht doch noch ein wenig Hoffnung am Ende des Horizonts. Und wenn es auch nur ein ganz klitzekleiner Schimmer ist.
Cormac McCarthy – Der Comic!
The Horizon von JH ist eine Tortur. Eine Zumutung. Ein Albtraum in drei Bänden. Nur ganz, ganz schwer zu ertragen. Und immer mit der Frage im Raum verbunden: Wem kann man so einen Stoff guten Gewissens empfehlen? Mangels Unterhaltungswert und konsequenter gezeichneter Depression will man eigentlich niemanden da reinschicken. Und dennoch: Alles in allem ist The Horizon eine der stärksten und bewegendsten Geschichten, die dieses Jahr zwischen zwei Buchdeckeln im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurden.
Es ist also am Ende weniger eine Frage von „Gefällt es mir oder gefällt es mir nicht?“, sondern: Bin ich bereit, mit diesen Figuren auf eine Reise zu gehen? Eine Reise, die meistens in Unglück und Verderben führt und trotzdem so aufrichtig und berührend erzählt ist, so tränentreibend und ehrlich, dass man trotz aller Härte am Ende froh ist, dabei gewesen zu sein. Als hätte Cormac McCarthy ein Comic-Szenario geschrieben, das Franz Kafka dann gezeichnet hat. Und in Wahrheit ist es noch viel, viel schlimmer als das, wie es klingt. Bitte nach eigenem Ermessen verfahren.
The Horizon Band 3 von JH, 362 Seiten, erschienen bei Cross Cult.
