Die Entführung (c) 2025 John Grisham, Heyne(2)

Die Entführung

Wenn John Grisham nach über 30 Jahren eine Fortsetzung zu seinem Riesenhit Die Firma ankündigt, dann ist erstmal Skepsis beim geneigten Literaturfreund angesagt. Ob diese Skepsis bei Die Entführung berechtigt ist, erfahrt ihr hier.

Internationale Konflikte

Mitch McDeere lebt mit seiner Frau Abby und dem Zwillingsnachwuchs in Manhattan. Dort arbeitet er erneut in einer internationalen Großkanzlei, Scully und Pershing. Eine Geschäftsreise in Europa eskaliert: Eine Kollegin wird entführt, und Mitch gerät in ein Netz aus Erpressung, Machtpolitik und globalen Interessen. Aus einem Routineauftrag wird ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem nicht nur Karrieren, sondern Menschenleben auf dem Spiel stehen.

Kalter Kaffee

Die Entführung ist eine Fortsetzung, die keine ist. Der Roman hat inhaltlich keine Überschneidungen zu Grishams früherem Hit Die Firma. Warum der Autor sich entschlossen hat, einen weiteren Roman mit Mitch (und Abby) zu schreiben, bleibt sein Geheimnis. Würde man die Namen austauschen, stünde der Roman völlig für sich allein. An sich ja nicht weiter schlimm, wenn der Rest passt.

Machen wir’s kurz: Der Rest passt nicht. John Grisham selbst würde wahrscheinlich in höchste Not geraten, wenn man ihn nach der Notwendigkeit dieses Romans fragen würde. Die Entführung ist erstaunlich lahm. Mit 380 Seiten ohnehin schon ein vergleichsweise kurzer Grisham, braucht das Buch ein knappes Drittel davon, bis die eigentliche Handlung einsetzt. Und auch dann wird es leider nicht wirklich spannend.

Grisham hat ein unleugbares Erzähltalent, das auch in schwachen Werken, wie dem Vorliegenden, klar zutage tritt. Nur hat er es diesmal eben leider verabsäumt eine mitreißende, interessante, ja, spannende Story hineinzupacken. Die Entführung erschien nun neu als Taschenbuch. Vor zwei Monaten erschien der ganz neue Roman Das Vermächtnis als Hardcover. Eindeutig die bessere Wahl.

Die Entführung von John Grisham, 390 Seiten, erschienen im Heyne Verlag.

Die Entführung

Die Entführung (c) 2025 John Grisham, Heyne




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