Die Instrumentalität der Menschheit
In Die Instrumentalität der Menschheit sind zum ersten Mal alle Geschichten von Cordwainer Smith versammelt, die sich mit seiner Zukunftsvision der Menschheit beschäftigen.
Die Zukunft der Menschheit
Die umfangreiche Sammlung Die Instrumentalität der Menschheit erzählt von alten Kriegen, Scannern und Habermännern, Tierwesen, legendären Reisen durchs All und davon wie der Weltraum erkundet und neue Räume entdeckt wurden. Es geht um beinahe unsterbliche Geschöpfe, ewige Jugend und Tänze durch Raum und Zeit. Und eben darum, wie die titelgebende Instrumentalität der Menschheit entstanden ist. Dabei reichen die Geschichten von naher Zukunft bis in eine sehr entfernte Zeit, in der sich Gesellschaft und Menschheit weit entwickelt haben. Hier zeigt sich die unglaubliche Originalität und der Einfallsreichtum von Cordwainer Smith.
Auch wenn es sich streng genommen um eine Sammlung an Kurzgeschichten und Erzählungen handelt, kann man Die Instrumentalität der Menschheit aber auch als umfangreichen, epischen Episodenroman sehen. Die Geschichten hängen alle in irgendeiner Weise miteinander zusammen. Statt eines einzelnen Protagonisten wirft Smith jedoch die gesamte Entwicklung der Menschheit in die Hauptrolle seiner Geschichten. Das merkt man oft auch am Erzählstil, der eine gewisse Distanz zum Geschehen erzeugt. Es entwickelt sich zu der Chronik einer möglichen Zukunft, mit Smith als dem Chronisten.
Das Knirschen und Ächzen lange nicht genutzter Maschinenteile ertönte. Ein weiterer mechanischer Arm erschien, und bei seinen Bewegungen fielen Flocken aus halbkristallisiertem Schmutz zu Boden. Von der Spitze des Arms ging ein blaues, durchdringendes und merkwürdiges Licht aus.
Die Instrumentalität der Menschheit ist ungemein originelle Science-Fiction. Smith zeigt darin nicht nur, wie originell und voller Ideen das Genre sein kann, sondern auch wie literarisch es ist. Der distanzierte Stil deutet auf einen allwissenden Erzähler hin, wie jemand, der aus der weit entfernten Zukunft in die Vergangenheit blickt und schildert, wie sich die Menschheit zu dem entwickelt hat, was sie sein wird. Dadurch, dass es sich aber auch um einzelne, in sich geschlossene Geschichten handelt, kann man Die Instrumentalität der Menschheit auch entspannt über einen längeren Zeitraum lesen. Cordwainer Smith ist mit diesem Werk definitiv ein bahnbrechender und zutiefst beeindruckender Beitrag zur Science-Fiction gelungen.
Die Instrumentalität der Menschheit von Cordwainer Smith, 1264 Seiten, erschienen im Heyne Verlag.
