Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis (c) 2026 Freida McFadden, Heyne Verlag(2)

Die Psychiaterin

Fans dieser Seite wissen es – wenn eine neue Übersetzung von Freida McFadden bei Heyne erscheint, lässt eine Rezension von uns nicht lange auf sie warten. Neu im Kanon ist soeben Die Psychiaterin (Never Lie) erschienen. Der Roman wurde erstmals 2022 veröffentlicht. Bei Freida ist ja nicht die Frage: Wie spannend ist die Geschichte diesmal ausgefallen (Antwort: wie eh und je)? Sondern – wie haarsträubend sind die Twists diesmal geworden? Sehen wir uns an.

Harter Psychiater

Das junge Ehepaar Tricia und Ethan ist auf der Suche nach einem passenden Haus. Sie finden ein tolles Anwesen, etwas abseits der Stadt. Auf den ersten Blick ideal. Der Haken: Hier hat die vor drei Jahren verschwundene Psychiaterin und Bestsellerautorin Dr. Adrienne Hale gelebt.

Während Ethan Feuer und Flamme für das große Haus ist, verspürt Tricia Unbehagen. Sie entdeckt Geheimtüren und findet einen Raum mit Audioaufnahmen von Sitzungen der Psychiaterin. Sie beginnt die Kassetten abzuspielen und versucht dem Geheimnis des Verschwindens der Ärztin auf die Spur zu kommen.

Bis zu 70 Prozent der ermordeten Frauen werden von ihrem Lebenspartner getötet. Deshalb ist ihr Vorschlag, „sich einen Freund zuzulegen“, nicht nur herablassend und beleidigend. Er erhöht sogar mein Risiko, ein gewaltsames Ende zu finden. Aber ich werde mit dieser Frau nicht diskutieren.

Hach, Freida …

Never Lie, so der Originaltitel, erschien 2022 ursprünglich (wie alle Romane der Autorin bis dahin) im Selfpublishing. Als im selben Jahr The Housemaid (Dt. Wenn sie wüsste) zum Über-Hit mutierte, wurde auch dieser Roman neu in einem „richtigen“ Verlagshaus aufgelegt. Never Lie ist insofern mal wieder ein bemerkenswerter Titel, weil die Leser:innen über weite Strecken des Romans von der Autorin an der Nase herumgeführt – man könnte auch sagen: angelogen werden.

Freida macht, was Freida am besten kann. Sie zieht die Leser:innen innerhalb weniger Sätze in den Sog ihrer Geschichte und man blättert aufgeregt, atemlos, bis zum Ende durch. Doch die Leserschaft weiß inzwischen, der Twist kommt. Und die Frage ist nur: wie absurd fällt er diesmal aus?

Nun, Die Psychiaterin kommt mit einer ganz schön absurden Wendung, die schlichtweg Quatsch ist und die ganze Geschichte ad absurdum führt. Aber: es kommt diesmal mit deutlich mehr Energie und Witz daher, als in der letzten Übersetzung, Die Ehefrau. Ja, Die Psychiaterin ist mal wieder der totale Freida-Gaga. Hochspannend, süchtig machend, bescheuerte Twists im letzten Akt und das Ganze mit reichlich Witz und Augenzwinkern serviert. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, immer noch großes Kino.

Die Psychiaterin von Freida McFadden, 337 Seiten, erschienen im Heyne Verlag.

Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis

Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis (c) 2026 Freida McFadden, Heyne Verlag




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