Insel der Ratten (c) 2026 Jo Nesbø, Ullstein Verlag(2)

Insel der Ratten

In Insel der Ratten erzählt Jo Nesbø spannend und rasant vom überaus glaubhaften Verfall unserer vermeintlichen Zivilisation und wie wenig uns von wilden Tieren trennt.

Welt der Ratten

Nach einer verheerenden Pandemie ist nichts mehr wie zuvor. Die Welt ist ins Chaos gestürzt und die Demokratie ist nicht nur in ihren Grundfesten erschüttert, sondern scheint zerstört zu sein. Gangs beherrschen die Städte und nehmen sich, was sie wollen. Überall herrscht das Gesetz des Stärkeren. Nur die reichsten der Reichen entkommen dem Chaos und der Gewalt. Will bleibt auf dem Festland und wird Opfer einer Bande. Einer Band, deren Anführer Brad Lowe ist, der Sohn von Wills Freund und Chef Colin Lowe. Der wiederum einer der reichsten Unternehmer des Landes ist. Brad entführt Wills Tochter Amy, in die er schon sein ganzes Leben verliebt ist. Und Will sinnt auf Rache.

Insel der Ratten ist der rasante neue Roman von Jo Nesbø. Diesmal weniger Kriminalroman, als dystopischer Thriller. Eine Sci-Fi Vision einer überaus glaubhaften Zukunft oder, man könnte fast sagen, einer möglichen Gegenwart, an der wir nur haarscharf vorbeigeschrammt sind. Wie man es vom Autor gewohnt ist, geizt er nicht mit Spannung und Tempo. Insel der Ratten ist ein Roman, durch den man förmlich fliegt, so schnell hat man den gelesen. Dabei ist er stellenweise schwer verdaulich und durchaus hart. Ein bisschen erinnert Nesbø hier an Richard Laymon. Gewalt, Horror, Schrecken, Übertreibung und auch Sex spielen keine geringe Rolle.

Wir wussten aber auch, dass die Furcht mächtiger geworden war als das Gemeinschaftsge­fühl und die Vernunft des Rudels. Nicht Massen­hysterie, sondern einfach der Mangel an Rudelver­halten führte dazu, dass jeder von uns individuelle Entscheidungen traf, die für ihn und seine Nächsten rational und vernünftig erschienen, für die Gemein­schaft aber katastrophal waren.

Wenn man also auf Thriller oder auf Dystopien oder auf durchaus glaubwürdige und realistisch anmutende Sci-Fi Szenarios steht, dann kann man Insel der Ratten bedenkenlos lesen. Man wird nicht gelangweilt werden. Manches darf man vielleicht auch nicht zu sehr hinterfragen, es gibt doch die ein oder andere Stelle, die wohl nicht ganz logisch ist. Spielt aber kaum eine Rolle, so schnell und temporeich wie Nesbø erzählt, hat man kaum Zeit zum Luftholen. Geschweige denn zum Nachdenken.

Insel der Ratten von Jo Nesbø, 208 Seiten, erschienen im Ullstein Verlag.

Insel der Ratten

Insel der Ratten (c) 2026 Jo Nesbø, Ullstein Verlag




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