Die Klippe
Die Klippe ist Ulf Kvenslers dritter Roman. Der doppelbödige Thriller bietet perfekte Spannungsunterhaltung für laue Mittsommernächte.
Der talentierte Herr Marcus
Marcus Andersson hatte einst einen vielversprechenden Karrierestart als Thriller-Autor hingelegt. Einige Jahre und ein paar Flops später scheint er ausgebrannt zu sein. Da meldet sich sein Kollege Ernst Fabricius bei ihm. Er hat ein Romanmanuskript geschrieben, das er nicht unter seinem Namen veröffentlicht wissen will, und bittet Marcus, das Manuskript seiner Agentin vorzulegen. Nach einigem Zögern einigen sich die beiden: Der Roman soll unter Marcus‘ Namen veröffentlicht werden. Marcus bekommt dafür 25 % der Einnahmen.
Der Roman wird ein Riesenerfolg und alle Beteiligten könnten glücklich und zufrieden sein. Doch der instabile Ernst ist plötzlich nicht mehr zufrieden mit dem Deal und beginnt Marcus zu erpressen.
Überraschung, dass er sich nach so vielen Jahren wieder meldete. Eine gewisse Freude. Zweifel. Leichtes Unbehagen.
Nordic Noir trifft auf Patricia Highsmith
Der Schwede Ulf Kvensler liefert mit seinem dritten Roman Die Klippe nicht bloß einen weiteren großartigen Spannungsroman ab – er beweist damit auch eindrucksvoll, dass Niveau und Spannung keine einander ausschließenden Kriterien sein müssen.
Während die Vorgängerromane durchgehend spannende Thriller mit netten Wendungen waren, erreicht Kvensler mit Die Klippe eine neue Ebene der Spannungsliteratur. Der gefinkelte Plot und seine fiesen Abzweigungen erinnern wohl nicht zufällig an die dichten Werke von Patricia Highsmith. Mischt man noch eine Prise hinterhältigen nordischen Humors dazu, erhält man ziemlich genau das Ergebnis, das hier vorliegt.
Morgen war ein neuer Tag. Ein neuer Tag mit einem alten Problem namens Ernst.
Die Klippe packt die Leser von Anfang an, lässt nicht locker und bleibt höchst konsequent bis zum unbequemen Ende. Kvensler hat sich mit diesem Roman einen fixen Platz unter den stärksten Stimmen der gegenwärtigen Thriller-Literatur verdient. Toll erzählt, dicht komponiert und klug ausgedacht. Sprachlich etwas schlicht gehalten – das sei der einzige Kritikpunkt. Sonst haben wir es hier definitiv bereits mit einem Jahres-Highlight zu tun.
Die Klippe von Ulf Kvensler, 381 Seiten, erschienen im Penguin Verlag.
