Die Gabe der Könige – Die Chronik der Weitseher (c) 2026 Robin Hobb, Penhaligon(2)

Die Gabe der Könige

Die Gabe der Könige ist der Auftakt von Robin Hobbs Chronik der Weitseher-Reihe. Ein emotionales und originelles Fantasy-Epos, das sich unter die ganz Großen des Genres einreiht.

Charakterorientierte Fantasy

Fitz ist ein Bastard. Als unehelicher Sohn des ersten Prinzen hat er einen schweren Stand im Königreich. Trotzdem protegiert der König ihn. Möchte aus ihm einen treuen Gefolgsmann machen. Er lässt ihn nicht nur im Schloss wohnen, sondern auch in allen möglichen Fertigkeiten ausbilden. Als sich Überfälle und Angriffe mehren, steht das Königreich vor großer Gefahr. Denn während der König sich bei der Verteidigung seines Reiches verausgabt, greift sein jüngster Sohn nach der Macht. Aber Fitz, der nicht nur mit magischen Fähigkeiten ausgestattet ist, sondern auch in der Kunst der Assassinen ausgebildet wird, steht treu an der Seite des Königs. Kann er das Königreich beschützen?

Die Gabe der Könige und überhaupt die gesamte Weitseher-Reihe von Robin Hobb zählt längst zu den großen Epen des Fantasy-Genres. Ein modernes Meisterwerk voll origineller Figuren, überraschender Wendungen und gehöriger emotionaler Wucht. Längst ein Bestseller, gibt es jetzt auch eine neue wunderbare Hardcover-Edition mit hochwertiger Ausstattung und farbigen Illustrationen. Die schmucke Ausgabe ändert natürlich nichts am grandiosen Inhalt des Romans. Doch man sollte auch objektiv anmerken, dass Die Gabe der Könige nicht gerade ein handlungsgetriebener Roman ist. Er ist vielmehr ein Charakterdrama und ein bisschen auch die Biographie des Protagonisten.

Doch meiner ersten Erfahrung mit Bocksburg haftete nichts von geschichtlicher Vergangenheit oder geheimnisvollem Erbe an. Ich lernte es zunächst nur als Endpunkt einer Reise kennen, ein Kaleidoskop von Geräuschen und Menschen, Karren und Hunden, Gebäuden und gewundenen Gassen, die letztendlich zu einer mächtigen Festung auf den Klippen über der Stadt führten.

Das merkt man besonders am Anfang, am ersten Band. Die Gabe der Könige dauert, bis er in die Gänge kommt. Hobb nimmt sich viel Zeit, um das Leben ihrer Hauptfigur zu schildern. Böse gesagt, die ersten paar hundert Seiten ist im Grunde fast nichts anderes als eine einzige Trainingsmontage. Fitz erlernt dies, Fitz erlernt das. Alles gut geschrieben und mit viel charakterlicher Komplexität versehen. Dennoch tut sich sonst recht wenig. Aber gut, auch solche Fantasy-Romane soll es geben. Jene, die sich Zeit lassen, die den Protagonisten zu einer lebensechten, komplexen Figur machen. Überhaupt fühlt sich Die Gabe der Könige, trotz aller Magie und phantastischer Elemente, wie eine der glaubhaftesten und authentischsten Fantasy-Werke an, die es gibt.

Die Gabe der Könige – Die Chronik der Weitseher 1 von Robin Hobb, 608 Seiten, erschienen bei Penhaligon.

Die Gabe der Könige - Die Chronik der Weitseher

Die Gabe der Könige – Die Chronik der Weitseher (c) 2026 Robin Hobb, Penhaligon




Entdecke mehr von pressplay

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen