The Vacation (c) 2026 John Marrs, Heyne Verlag(2)

The Vacation

Draußen hat es flirrende 36 Grad. Abkühlung ist rar. Es ist die Zeit der Sommer-Thriller. Kein Wunder also, dass die Verlage gerade wieder dementsprechend raushauen. The Vacation von John Marrs ist eigentlich gar kein „neuer“ Roman des britischen Autors, aber er feiert in dieser Hitzesaison seine deutschsprachige Premiere bei Heyne.

Low Down in L.A.

In einem nicht unbedingt glamourösen Hostel in Venice Beach arbeitet der junge Brite Tommy. Ihn hat eine düstere Vergangenheit hierher geführt, in der Hoffnung auf einen Neubeginn. Auch seine Gäste sind eine illustre Zusammenstellung aus Menschen unterschiedlicher Herkunft, aber mit einer Menge Geheimnisse im Reisegepäck.

Tommy fühlt sich besonders zu Nicole hingezogen, die wiederum mit dem Krankenpfleger Eric anreist. Eric, so vermutet Tommy richtig, ist wiederum jemand, mit dem man lieber nicht zu nahe kommen sollte. Die Geschichten und Geheimnisse kommen alle zusammen und ans Sonnenlicht.

Erneut hatten die beiden ihn erfolgreich demütigen können, aber Tommy schwor sich, dass sie sich zum letzten Mal auf seine Kosten amüsiert hatten.

Nur noch ein Kapitel!

John Marrs ist hierzulande vor allem durch seine Sci-Fi-Romane mit Black Mirror-Einschlag bekannt, wie The One oder The Marriage Act. Weniger bekannt dürfte den meisten sein, dass der Mann aber auch einige Thriller – oder dem Thriller-Genre nahestehende Romane geschrieben hat. Zu jener Zunft zählt eben auch The Vacation.

Man bekommt auf beinahe 600 Seiten (großzügig gedruckt wohlgemerkt) jede Menge Figuren, Drama, Drogen und Crime um die Ohren gepfeffert. Die Kapitel übersteigen selten die Länge von vier Seiten und entwickeln so einen enormen Sog. Eines geht noch! Das ist hoch unterhaltsam und auch gar nicht ganz so hohl, wie es die sommeridyllische Aufmachung vermuten lässt. Einen Don Winslow sollte man sich trotzdem nicht erwarten. Diese Tiefgründigkeit wird nicht erreicht.

Plötzlich stand die Zeit still, und die Folgen ihrer letzten unbesonnenen Tat sickerten ihr ins Bewusstsein. Sie hatte gerade einen unschuldigen Touristen erschossen.

The Vacation bedient sich bei allerlei anderen britischen Autorenkollegen. Hier spürt man deutlich Einflüsse von John Niven, Alex Garland, auch Irvine Welsh. Mixt man diese drei Namen zusammen und erstellt die Light-Version davon, bekommt man The Vacation serviert. Durchaus kühlend und geschmackvoll für heiße Tage. Wirkt als wäre es fürs Kino geschrieben worden. Interessanterweise aber bisher von Netflix noch gar nicht für eine 8-Episoden-Miniserie adaptiert. Besser so!

The Vacation von John Marrs, 590 Seiten, erschienen im Heyne Verlag.

The Vacation

The Vacation (c) 2026 John Marrs, Heyne Verlag




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