Der Tod in Venedig
Der Tod in Venedig ist Thomas Manns berühmte Novelle über die eigenen Abgründe, Vergänglichkeit, Schönheit und Selbsterkenntnis.
Ein schöner Tod?
Gustav von Aschenbach ist seiner Arbeit als erfolgreicher Schriftsteller überdrüssig und benötigt dringend Urlaub. Nach kurzem hin und her entscheidet er sich für den Lido von Venedig. Als er einen hübschen jungen Burschen erblickt, der im selben Hotel, wie er wohnt, ist es mit dem ruhigen Urlaub zu Ende. Vom ersten Augenblick an, kann Aschenbach an nichts anderes mehr denken, als an diesen schönen Jüngling. Immer wieder versucht er einen Blick auf ihn zu erhaschen oder in seiner Nähe zu sein. Bis zum bitteren Ende.
Der Tod in Venedig von Thomas Mann gilt als ein Klassiker der Weltliteratur. Nicht nur, dass er sich stark autobiographisch anfühlt, geht es auch um universelle Themen wie die eigene Vergänglichkeit, Leben und Tod, den Blick auf das eigene Innenleben und wie schmerzhaft das sein kann. Inhaltlich und thematisch ist Der Tod in Venedig immer noch aktuell und gültig, hat nichts von seiner Faszination und Kraft verloren. Ob man als heutiger Leser mit dem Stil warm wird, ist eine andere Frage und muss jeder für sich ausprobieren.
Er dachte an seine Arbeit, dachte an die Stelle, an der er sie auch heute wieder, wie gestern schon, hatte verlassen müssen und die weder geduldiger Pflege noch einem raschen Handstreich sich fügen zu wollen schien. Er prüfte sie aufs Neue, versuchte die Hemmung zu durchbrechen oder aufzulösen und ließ mit einem Schauder des Widerwillens vom Angriff ab.
Aber dank seiner knackigen Kürze eignet sich Der Tod in Venedig natürlich hervorragend als Einstieg in das Schaffen dieses großen Schriftstellers. Hier ist in aller Knappheit bereits alles enthalten, was Thomas Mann und seine Werke auszeichnet. Wer also an Der Tod in Venedig keinen Gefallen findet, sollte von den umfangreichen Büchern dann lieber die Finger lassen. Und für jene, die schon vertraut mit dem Autor sind, denen erzählt man ohnehin nichts Neues.
Der Tod in Venedig von Thomas Mann, 112 Seiten, erschienen im Anaconda Verlag.
