Ins Fahle Herz des Sommers (c) 2026 Andreas Eschbach, Lübbe(2)

Ins fahle Herz des Sommers

Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach erzählt von einer mehr als möglichen und leider überaus wahrscheinlichen Zukunft einer verbrennenden Welt.

Glaubwürdiges Zukunftsszenario

Fausto ist einer der letzten Bewohner seines Dorfes. Es gibt nur eine ältere Frau, einen Pfarrer und eine zurückgezogene Familie, über die niemand genaueres weiß. Die Menschen, die es sich leisten konnten, sind vor der Hitze in den Norden geflohen. So kämpft Fausto alleine ums Überleben in einer Welt, die immer mehr verbrennt und für den Menschen unbewohnbar wird. Das Leben ist hart und eintönig. Die Ressourcen werden weniger. Alles ändert sich, als eines Tages eine junge, schweigsame Frau in der Ortschaft auftaucht. Eine Frau, die scheinbar immun gegen die Hitze ist. Kurz darauf tauchen weitere Menschen wie sie in dem Dorf auf. Fausto schöpft nicht nur Hoffnung, er verliebt sich auch in Valérie. Doch hat diese Liebe Zukunft oder ist sie genauso verdammt, wie die Menschheit selbst?

Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach ist gerade in einem Sommer, wo eine Hitzewelle auf die andere folgt, brisanter und relevanter denn je. Es ist soziale Sci-Fi, wie man sie dringend braucht. Ein Weckruf, so nicht weiter zu machen, denn dann könnte das, was wir jetzt noch als Fiktion und Fantasie abtun, bald schmerzhafte Realität werden. Inhaltlich ist Ins fahle Herz des Sommers jedenfalls ein wichtiger Roman, ähnlich wie unter anderem zuletzt auch Eden – Wenn das Sterben beginnt von Marc Elsberg. Wo Elsberg jedoch episch weit ausholt (und durchgehend spannend bleibt), konzentriert sich Eschbach auf ein kleines, überschaubares Figurenensemble und einen intimeren Rahmen. Und er erzählt vom danach, nicht vom Weg dorthin. Spannend ist auch Eschbach über weite Teile, wenngleich nicht komplett durchgehend.

Einmal mehr fragte sich Fausto, wie es hatte kommen können, dass er den Anschluss verpasst, den Ruf nicht gehört, die Zeichen der Zeit nicht erkannt hatte. Wieso er erst am Hafen angekommen war, als das letzte Schiff schon längst abgelegt hatte.

An manchen Stellen nimmt er sich zu viel Zeit, zum Beispiel bis zum Auftauchen von Valérie und ihrer Gemeinschaft, während er an anderer Stelle gefühlt viel zu schnell ist, vor allem gegen Ende. Vielleicht hätte der Roman ursprünglich länger werden sollen? Es kommt einem beim Lesen jedenfalls manchmal so vor. Auch die Handlung ist stellenweise sehr bekannt und wartet mit überraschend wenigen Überraschungen auf. Ändert letztlich aber natürlich nichts an der Bedeutung und Brisanz des Romans, die man definitiv nie außer Acht lassen sollte. Ins fahle Herz des Sommers kann man definitiv lesen, ob viel davon hängen bleibt ist fraglich und schade, angesichts der Thematik des Romans.

Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach, 240 Seiten, erschienen bei Bastei Lübbe.

Ins Fahle Herz des Sommers

Ins Fahle Herz des Sommers (c) 2026 Andreas Eschbach, Lübbe




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