Die Toten in der Wassermühle (c) 2026 Yukito Ayatsuji, Limes Verlag(2)

Die Toten in der Wassermühle

Die Toten in der Wassermühle heißt der nächste Krimi von Yukito Ayatsuji, aus dessen Reihe „Bizarre Häuser“, die nun nach und nach auf Deutsch übersetzt werden. Wieder ein klassischer Krimi mit einem frischen Dreh, der sowohl bei Japan- als auch bei Mystery-Fans gut landen dürfte.

Dunkle Vergangenheit, gefährliche Gegenwart

In einem herrschaftlichen Anwesen in den japanischen Bergen lebte einst der Maler Fujinuma Issei. Nach dessen Ableben residiert hier sein Sohn Ki’ichi, der wiederum nach einem schrecklichen Unfall im Rollstuhl sitzt und schwer entstellt ist. Einmal im Jahr erlaubt er es, einem erlauchten Kreis an Bewunderern der Arbeit seines Vaters ins Anwesen zu kommen und die Bilder aus dem Nachlass zu bewundern.

Im letzten Jahr kam es dabei zu einer Verkettung schrecklicher Umstände: Eine Haushälterin warf sich aus dem Fenster, ein Dieb verschwand mit einem Gemälde, ein weiterer Gast wurde zerstückelt und im Ofen verbrannt. Die Motive und der Tathergang konnten nie geklärt werden. Ein Jahr später kommt die illustre Gesellschaft erneut zusammen – und die Situation droht wieder zu eskalieren.

Masken, Mörder und Motive

Die Toten in der Wassermühle ist nach Die Morde im Dekagon Haus die zweite Übersetzung von Yukito Ayatsujis Bizarren Häusern. Auch hier gibt es wieder klassisches Krimi-Feeling der Marke Agatha Christie oder John Dickson Carr, vermischt mit einer Menge morbiden Grusel. Die Toten in der Wassermühle verfügt beinahe schon über eine Gothic-Atmosphäre, die vielleicht nicht ganz zur Jahreszeit passt, aber einen wunderbar einlullt.

Es war der Geruch von schmorendem Eiweiß. Dass es ihnen allen den Magen umdrehte, lag daran, dass Quelle des Gestanks genau das war, was sie sich vorstellten.

Es ist besonders die starke Atmosphäre, die Ayatsuji aufzubauen vermag. Krimi-Fans werden hingegen die Auflösung des Falls eventuell schon etwas früh erraten. Das verwendete Motiv ist doch recht bekannt. Doch schadet das dem Roman überraschend wenig, da der Autor es gerade in den letzten Seiten noch einmal vermag, uns stilistisch um den Finger zu wickeln und ein sehr befriedigendes Ende zu schaffen.

Die Toten in der Wassermühle ist ursprünglich in den 1980ern in Japan erschienen. Wir dürfen uns schon glücklich schätzen, dass solche Schätze nach so langer Zeit doch noch den Weg zu uns finden. Selbst wenn man hie und da, auch altersbedingt, über ein paar Anachronismen hinwegsehen muss. Eine sehr anregende, angenehme Grusel-Krimi-Lektüre für den kleinen, gehobenen Schock zwischendurch.

Die Toten in der Wassermühle von Yukito Ayatsuji, 336 Seiten, erschienen im Limes Verlag.

Die Toten in der Wassermühle

Die Toten in der Wassermühle (c) 2026 Yukito Ayatsuji, Limes Verlag




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