Fante Bukowski (c) 2020 Noah Van Sciver, avant-verlag(5)

Fante Bukowski

Noah Van Sciver erzählt in Fante Bukowski – Ein amerikanischer Traum vom sehnlichen Wunsch ein großer Schriftsteller zu werden und davon sein Ziel zu verfolgen, gegen alle Widersprüche trotzend.

Kelly Perkins hat es satt als Anwalt in der Kanzlei seines dominanten Vaters zu arbeiten. Er beschließt ein großer Schriftsteller zu werden und nennt sich fortan Fante Bukowski, angelehnt an seine beiden großen Vorbilder John Fante und Charles Bukowski, die ihm die Augen geöffnet und sein Leben verändert haben. Er selbst hält sich für ein schriftstellerisches Genie, blöd nur, dass die Welt und insbesondere die Verlagswelt das nicht so sieht. Aber er lässt sich nicht beirren und macht beharrlich weiter, egal, was es kostet. Um sein Ziel zu erreichen und sich seinen Traum zu erfüllen, nimmt Fante Bukowski auch jedes Leid in Kauf, was sich ihm in den Weg stellt, so lange er nur weiter schreiben kann. Dadurch begibt er sich natürlich auf Konfrontationskurs mit seiner ganzen Umgebung, denn Kompromisse machen ist ein Fremdwort für ihn.

 

Natürlich klingt das jetzt so, als wäre Fante Bukowski in erster Linie eine Geschichte für Autoren und alle, die es werden wollen. Jeder Schriftsteller wird sich ein Stück weit in dieser Hauptfigur wiederfinden und sich somit in sie einfühlen können. Aber das Comicbuch ist nicht ausschließlich für Autoren gedacht, denn letztlich lässt sich das Ziel des Protagonisten auf jeden anderen Wunsch und Traum eines Menschen umlegen. In dieser Hinsicht ist es ein universelles Gefühl, das die Geschichte und seine Hauptfigur vermitteln, denn kein Traum, für den es sich zu kämpfen lohnt, ist leicht zu erreichen. Man kann die Handlungen des Helden vielleicht nicht immer nachvollziehen oder würde es selbst anders machen, aber das ist irrelevant, was zählt ist die Beharrlichkeit seinen innigsten Wunsch zu verfolgen, koste es, was es wolle – nur so wird man ihn auch erreichen.

Noah Van Sciver erzählt unterhaltsam und voller Humor. Die Zeichnungen passen perfekt  zu den Figuren und ihrer Geschichte. Er nimmt auch sich selbst nicht ernst, sondern hat sichtlich seinen Spaß beim Erzählen und Zeichnen. Fante Bukowski ist mal tragisch traurig und mal brüllend komisch. Die Einfälle mit denen der Autor daherkommt um die Geschichte stets spannend zu halten sind voller Originalität, Einfühlungsvermögen und Witz. Es ist ein Comicbuch, das sich deutlich an jugendliche und erwachsene Leser richtet und all jene, die noch Träume und Sehnsüchte haben, die sie gerne verwirklichen wollen. Fante Bukowski ist eine bissige, aberwitzige Satire auf die Verlagswelt, die Literaturszene und blindem Geniekult, die man unbedingt lesen sollte.

Fante Bukowski von Noah Van Sciver, 416 Seiten, erschienen im avant-verlag.