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Die Rache des Pharao

Liebe Filmfreunde auf den Pfaden der filmischen Leichenfledderei, willkommen zurück bei Wonne aus der Tonne! Sommer, Sonne, Wüstensand – und wir blicken mal wieder auf ein illustres Exemplar der legendären Hammer-Studios. Und was würde sich in der jetzigen Jahreszeit mehr eignen als ein Trip in die ägyptische Wüste. Erzittert also, denn es folgt …

Die Rache des Pharao

OT: The Curse of the Mummy’s Tomb, GB, 1964, Regie: Michael Carreras, Drehbuch: Henry Younger, Mit: Terence Morgan, Ronald Howard, Jeanne Roland u.a.

Im Jahr 1900 befinden sich eine Reihe ignoranter britischer Ägyptologen zwecks Ausgrabungen eben dort. Man stößt auf die Grabkammer des Prinzen Ra, welcher dereinst von seinem fiesen Bruder Re hinterrücks ermordet wurde. Trotz Warnung der Einheimischen wollen die Briten die Mumie nach Großbritannien verschiffen. Schlimmer noch: Der Finanzier des ganzen Unternehmens, der ruchlose amerikanische Geschäftsmann Alexander King, hat sogar vor die Mumie als Attraktion für die Öffentlichkeit auszuschlachten. Blöd nur, dass die Mumie aufgrund eines magischen Amuletts wieder zum Leben erwacht und fortan nur noch Rache im Sinn hat.

Die Rache des Pharao ist ein herrlicher Bandagen-Mumpitz von Hammer aus den früher 60er Jahren. Entstanden ist er 5 Jahre nach den ersten großen Mumien-Film von Hammer mit dem unverwechselbaren Titel (zwinker, zwinker) Die Rache der Pharaonen (The Mummy, 1959). Während der erste noch mit dem Hammer-Dreamteam vor (Peter Chushing! Christopher Lee!) und hinter der Kamera entstand (Terence Fisher! Jimmy Sangster!), darf sich hier die B-Besetzung vor der Mumie fürchten. Das macht aber nichts. Denn einem ungetrübten – und vor allem unfreiwilligen Spaß – tut das ganze keinen Abbruch. Im Gegenteil!

Um ehrlich zu sein: Hier stimmt nicht besonders viel. Die Story ist komplett bescheuert. Von King Kong bis Dracula werden hier sämtliche Versatzstücke geklaut, die nicht sofort bei 3 auf den Bäumen sind. Der Schlusstwist ist derart hanebüchen und bleibt auch ohne jede Erklärung (oder habe ich die verschlafen?). Besonders kurios wird es, wenn die Briten sich ein wenig braune Schminke ins Gesicht tun und dann auf Ägypter machen. Mit blauen Augen und blonden Haaren. Spannung ist ebenfalls eher ein Fremdwort in dieser Produktion.

Nichtsdestotrotz schafft es der Film in gewohnter Hammer-Qualität eine schöne Atmosphäre aufzubauen. Musik (wiederverwendet vom ersten Hammer-Mumien-Film), Bilder, Farben ziehen einen auch hier wieder in Bann – sofern man sich darauf einlassen mag. Dazu gibt es ein paar abgehackter Hände und eben eine Menge unfreiwilliger Komik, die einen gehobenen Filmquatsch-Abend garantieren. Am besten mit einer Menge Brandy auf Eis. Interessierten sei vor allem die kürzlich auf BluRay erschienene Version von Anolis Entertainment empfohlen, welche den Film gewohnt liebevoll und in bester Sound- und Bildqualität präsentiert.

In diesem Sinne: Hütet euch vor des Pharaos Fluch und bleibt seltsam!