Messias
Andreas Brandhorst schickt uns mit Messias eine göttliche Adrenalinspritze aus dem Weltall direkt in unsere Venen. Wirkt!
Space Jesus
Die Welt, wie wir sie kennen, steht vor großen Veränderungen. Eine Entität aus den fernen Regionen des Alls materialisiert sich in Italien, als sich Eric gerade das Leben nehmen will. Kurz nach seinem geplanten Tod macht er wieder die Augen auf. Vor ihm steht Simon, der ihn ins Leben zurückholt und ihn fortan zu seinem ersten Jünger macht. Es gilt die Welt zu retten. Projekt Revelation wird ins Leben gerufen.
In Buenos Aires schauen wir indes dem Auftragskiller Nathan über die Schulter durchs Zielfernrohr. Dieser versucht noch einen letzten Job zu erledigen, bevor er mit seiner Partnerin in den wohlverdienten Ruhestand gehen will. Doch – geht sowas jemals gut aus? Weiters spielen der Astrophysiker Jayden, die Astronautin Rhea und auch der Papst eine Rolle in diesem weltumspannenden Spiel.
„Wer sind Sie?“, platzte es aus ihm. „Warum sind Sie zu uns gekommen? Was wollen Sie?“
Simon trat näher. „Möchtest du es erfahren? Möchtest du es sehen?“
„Ja.“
Simon zeigte es ihm.
Simon trat näher. „Möchtest du es erfahren? Möchtest du es sehen?“
„Ja.“
Simon zeigte es ihm.
Nach mir die Sintflut
Messias von Andreas Brandhorst ist ein gelungener Genre-Mix. Brandhorst bastelt eine starke Mischung aus Science-Fiction, Global-Thriller und einer minimalen Prise Horror. Das funktioniert erstaunlich gut und ist vor allem eines – unwiderstehlich spannend.
Die knapp 600 Seiten gehen runter wie nichts. Die kurzen Kapitel und vielen Perspektivenwechsel laden stetig zum Weiterblättern ein. Und ehe man sich’s versieht, ist man bereits atemlos beim Ende angekommen. Ist das hier Literatur für höchste geistige Ansprüche? Nein. Aber Literatur für höchste Unterhaltungsansprüche.
Interessanterweise wird gerade im letzten Drittel die Erzählung immer reduzierter. Das war vielleicht auch der einzige Weg für den Autor, nach dem furiosen Start zu einem halbwegs sauberen Finale zu kommen. Auch diese Mission ist ihm geglückt.
Andreas Brandhorst hat kürzlich auf seiner Homepage seinen Rückzug aus gesundheitlichen Gründen verlautbart. Man kann ihm für die Zukunft nur alles Gute wünschen. Zwei weitere Werke sollen noch folgen. Mit Messias ist ihm jedenfalls bereits ein mehr als respektables „Alterswerk“ gelungen.
Messias von Andreas Brandhorst, 576 Seiten, erschienen im Heyne Verlag.
