Rufus
Rufus von Frenk Meeuwsen ist ein autobiographischer Comic, der zum einen Liebesbrief an dessen Sohn, und zum anderen die Verarbeitung der Nahtod-Erfahrung durch einen Herzinfarkt darstellt.
Das flüchtige Leben
Frenk und seine Partnerin sind, spät aber doch, Eltern eines Sohnes geworden. Rufus ist sein Name und Frenk liebt ihn über alles. Rufus ist viereinhalb und erkundet die Welt um ihn herum immer genauer. Auch Frenk tut dies in letzter Zeit vermehrt – und stößt dabei immer öfter auf Frustrationen des Alltags.
Er ärgert sich häufig, heftig, und immer mehr über die Unachtsamkeit seiner Mitmenschen. Die Situationen werden belastender. Und eines Tages erleidet Frenk einen Herzinfarkt …
Im Ozean des Selbstmitleids
Der in Amsterdam lebende niederländische Autor und Zeichner Frenk Meeuwsen führt in Rufus seine autobiographische Comic-Erzählung weiter. In Jahr Null erzählte er bereits von der unerwartet-späten Elternschaft seiner Partnerin und ihm.
Meeuwsens klare Stärke ist sein schöner klarer Strich. Rufus ist ein toll gezeichnetes Buch. Die intensive Farbgebung rundet das optische Erlebnis wunderbar ab. Erzählerisch hinkt der Autor leider etwas hinterher. Rufus wirkt bisweilen bemüht, unausgereift, aber auch ein bisschen selbstswichtig und -mitleidig.
Die eigentlich sehr spannende Ausganssituation, mit allerlei Alltagsbeobachtungen gespickt, wechselt nach einem Drittel des Buchs ins Halluzinatorische. Hier verarbeitet Meeuwsen seinen Herzinfarkt als surrealen Traum, in den Tiefen des Ozeans. Nochmal: optisch ist das wunderbar!
Rufus ist eine kleine, intime Erzählung, die sich selbst vielleicht ein Ticken zu ernst nimmt. Hier wäre weniger mehr, oder mehr mehr gewesen. So ist die Comic-Novelle nicht ganz Fisch und nicht ganz Mensch. Eine flotte, schöne Lektüre ist Rufus dennoch.
Rufus von Frenk Meeuwsen, 136 Seiten, erschienen im Avant Verlag.
