Metroid Prime 4: Beyond
Nintendo hält wie eh und je seine zahlreichen Fangemeinden an kurzer Leine. Bei einer Marke wie Metroid Prime reicht in der Tat schon ein Logo, um Fans über eine ganze Switch-Generation hinweg an der Stange zu halten. Doch irgendwann muss ein Titel eben dann doch auch wirklich erscheinen und so kommt Metroid Prime 4: Beyond noch als vermutlich letzter großer Release auf der Switch heraus. Lange ist es her, dass Retro Studios ein derartiges Action-Adventure produziert hat, ist man im Jahre 2025 ja eher für die Donkey Kong Country-Reihe bekannt als noch für die drei Metroid Prime-Releases der fernen Vergangenheit.
Vertrautes Metroid-Gefühl mit modernem Anstrich
Metroid Prime 4: Beyond ist also in vieler Hinsicht eine Art Neustart: Für das Studio war es der Job, das alte Konzept zu analysieren und für ein modernes Publikum aufzubereiten. Metroid Prime: das bedeutet das Erkunden von verwinkelten antiken Labyrinthen in der Ich-Perspektive, wobei der Titel nicht wie andere Shooter blitzschnelle Reflexe einfordert, sondern eigentlich seit Beginn der Reihe anders als die blitzschnellen 2D-Ausgaben der Metroid-Reihe ein recht träges Tempo vorlegt.
Und so bewegt man sich wie eine Art Panzer durch fantastische Umgebungen, stets auf der Suche nach neuen Upgrades, die wiederum neue Wege freischalten. Auf dem Weg scannt man jedes noch so kleine Detail, stets in Panik irgendeinen Log-Eintrag permanent zu verlieren. Gerade zu Beginn des Spiels merkt man, dass alle diese Aspekte wieder mit dabei sind und es kommt ein wenig Nostalgie auf, wenn man durch die neuen, prächtigen Areale stapft. Doch im Detail liegt das Problem und tatsächlich mehren sich die Probleme des Titels mit zunehmendem Spielverlauf.
Designentscheidungen verfehlen den Metroid-Kern
Beinahe berüchtigt sind bereits die NPC-Wegbegleiter, die Samus mit nerviger Konstanz zuplappern. Nun hat man, anders als es der Fan-Aufschrei vermuten lässt, trotzdem genügend Zeit sich in einer isolierten Atmosphäre zu sphärischen Klängen des Soundtracks zu verlieren. Allerdings nerven Dialoge der NPC-Kumpanen, die dem Spieler nahelegen rechtzeitig zu speichern oder Power-Ups aufzusammeln, und zeigen damit, dass das Team um Metroid Prime 4: Beyond die Reihe in vielerlei Hinsicht nicht ganz begriffen hat.
Viel mehr problematische Substanz hat die Wüste, die Samus auf einem Bike zu durchqueren hat. Eine Prise Breath of the Wild will schlicht und einfach nicht in das Metroid-Konzept passen. Fangen wir einmal mit der Illusion der Freiheit an, die die NPC-Dialoge beim Betreten des gigantischen Areals anteasern: Drei Schlüssel sind aufzutreiben, der Weg von Samus steht frei zur Auswahl. Doch in der Praxis sind natürlich zwei dieser Wege von Anfang an hinter Fortschrittsbarrieren verschlossen, sodass sich am Ende ja trotzdem ein linearer Weg ergibt. Dazu kommt, dass der Spielverlauf von Samus einfordert, mit dem Bike unzählige grüne Kristalle in der Wüste einzusammeln – stundenlange, öde Exkursionen, in denen es beinahe nichts an Substanz zu entdecken gibt, treiben selbst eingefleischte Fans in die Ratlosigkeit. Musik? Gibt es in der Wüste übrigens nur per Amiibo (!).
Linearität und fehlende Gegnervielfalt in Metroid Prime 4 enttäuschen
Nun könnte man dieses Spielelement noch als unnötige Unterbrechung abtun, die dem Rest des Spiels nicht den Spaß-Faktor verdirbt. Aber die Wahrheit ist, dass auch dem Rest des Werks nach etwa der Hälfte die Luft ausgeht. Kann man die Serien-untypische Linearität der Areale zu Anfang noch verstehen, bessert sich daran aber auch bis zum Ende hin nichts.
Die Spielwelt ist gefüllt mit einer bescheidenen Anzahl an Gegnern, die der Serie nicht würdig ist und wer sich noch nie dagewesene Fähigkeiten gewünscht hat, die das Gameplay mit frischem Wind versorgen, der wird leider enttäuscht. Die psychischen Fähigkeiten aus dem Trailer spielen nur eine untergeordnete Rolle und fühlen sich wie aufgewärmte Konzepte aus anderen Nintendo-Werken an.
Alle diese Probleme zusammen trüben das Erlebnis dann doch ungemein. Es ist sehr schade, denn das Gameplay an sich, die neuen Bossgegner, die exzellente Atmosphäre, sind eigentlich alle vorhanden und sorgen für Laune. Allerdings wirkt es, als seien das alles Elemente, die dem Metroid Prime-Switch-Remake geschuldet sind. So oder so bringt der Titel einfach keine wirklich neuen Elemente an den Tisch, die funktionieren und das ist bei einem Sequel dieser Machart betrüblich.
Fazit zu Metroid Prime 4 Beyond: Ein Sequel, das unter seinem Potenzial bleibt
Es liegt damit ein Titel vor, der nicht nur unter den großen Erwartungen der Fans zerbricht, sondern auch neue Spieler mit vielen kleinen Design-Entscheidungen nicht wirklich abholen kann. Man verbringt im Großen und Ganzen eine gute Zeit mit Metroid Prime 4: Beyond, aber diese Zeit füllt sich schnell mit den Überlegungen, was man aus dem Spiel alles herausholen hätte können.
Plattform: Switch 2 (Version getestet), Switch, Altersfreigabe (PEGI): 12, Spieler: 1, Release: 04.12.2025, Link zur offiziellen Webseite