Pol-Pot-Polka-(c)-2013-r.evolver,-Edition-Super-Pulp(2)

Pol Pot Polka

Kay Blanchard, die dauergeile sex- und gewaltbesessene Agentin des MI6 ist zurück – in ihrem zweiten großen Abenteuer Pol Pot Polka. Wieder aus der schmutzigen Feder von r.evolver knüpft diese Fortsetzung ein paar Jahre später an, wo ihr erstes Abenteuer The Nazi Island Mystery geendet hat. Wir erinnern uns: Kays als tot gegoltener Kollege und Freund Dr. Dreyer rettete der Agentin in letzter Sekunde den süßen Arsch und verschwand mit einem Pol Pot-Klon auf Nimmerwiedersehen. Zu Beginn von Pol Pot Polka erwacht Kay nun mit einer kleinen Amnesie in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Was ist hier los? Und was ist nochmal ihr Auftrag? Kay versucht genau das herauszufinden und befindet sich schon wieder mitten in einem bunten Karussell aus Nazi-Bobos, kommunistischen Klonen und sadistischen Wissenschaftlern. Welcome back!

Im Bruchteil von Sekunden kollidierten Fragen und Schlussfolgerungen mit der bitteren Erkenntnis, dass es sich bei sexy Woody sehr wahrscheinlich um die Killertranse handelte. Und dabei war’s grad so schön …

Wie der Vorgänger The Nazi Island Mystery ist auch Pol Pot Polka nicht unbedingt ein Produkt der leisen Töne. Im Gegenteil reizt das zweite Abenteuer von Kay Blanchard das Thema nach dem Motto „more is more“ weiter aus. Man darf sich die Lektüre ungefähr wie einen Vergnügungsparkbesuch in Neon-Farben und unter der Herrschaft Adolf Hitlers vorstellen. Alles ist extrem grell, überzogen, schmutzig, brutal und gaga ohne Ende. Bemerkenswert ist dabei, dass sich r.evolvers Stil deutlich seit dem Debüt weiter entwickelt hat. Sowohl am sprachlichen Ausdruck, als auch an wahnwitzigen Wendungen wurde gravierend gefeilt. Sehr zur Freude des Lesers.

RAF-Hexen, die Lifestyle-Nazis über den Jordan schickten. Rezeptionistinnen, die ein paar Überlebende abzweigten, um sie in hirnlose Monster zu verwandeln. Verrückte Wurmwanderer, die auf ihrer metaphysischen Reise mit kosmischen Strings ins Bett gingen. Und über dem ganzen Wahnsinn schwebte eine unscheinbare Ampulle, in der die farblose Droge des Satans verheißungsvoll glitzerte.

Pol Pot Polka ist eine wilde Achterbahnfahrt, die den Leser zwar etwas schwindelig, aber durchaus beglückt zurücklässt. Einen Cliffhanger gibt es am Schluss noch oben drauf, damit man auch ja nicht den dritten Teil des Spektakels, mit dem Titel Surfin‘ Saigon, verpasst. Die gesamte Trilogie um Kay Blanchard ist seit kurzem wieder erhältlich, neuaufgelegt in der Edition Super Pulp. Der launige Spy-Fy-Schund sorgt jedenfalls für eine Menge guter Laune. Menschen die bunte, laute Romane mögen, sowie Trashfans im Allgemeinen, dürfen beherzt zugreifen!

Pol Pot Polka von r.evolver, 180 Seiten, erschienen bei Edition Super Pulp.