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Mario & Luigi: Dream Team Bros.

Als Nintendo Ende letzten Jahres Paper Mario: Sticker Star veröffentlicht, ist der Aufruhr groß: Da hat man doch tatsächlich versucht etwas Neues zu schaffen, anstatt gewohntermaßen alte Erfolge neu aufzurollen. Für Fans der Serie ein unverzeihlicher Affront.

Doch der Groll soll nicht allzu lange anhalten, denn mit Mario & Luigi: Dream Team Bros. ist bereits das nächste Mario-JRPG auf dem Markt. Als mittlerweile vierter Eintrag in die Mario & Luigi-Serie, die ihren Anfang auf dem Game Boy Advance genommen hat, stellt sich die Frage, ob die Formel nicht langsam etwas abgenutzt wirkt.

Für viele war der letzte Eintrag, Bowsers Inside Story auf dem DS, ein Highlight auf dem System. Erfolgreich gelang es dem Titel, 2D-Plattforming-Elemente in den RPG-Mix einzustreuen – und wie sich jetzt zeigt war das aber kein einmaliger Blindschuss. Dasselbe Gameplay findet nun auch im vierten Teil der Serie Einzug; statt Bowsers Eingeweiden gilt es aber diesmal Luigis Träume zu erforschen.


Mario und Luigi sind kaum für ihren Erholungsurlaub auf der Insel Pi’illo angekommen, da gibt es schon Ärger. Die Ureinwohner der Insel sind in einer Traumwelt gefangen und wollen befreit werden. Nur Luigi hat die Möglichkeit ein Portal in die Traumwelt zu öffnen, über das Mario in seine Träume abtauchen kann. Während die beiden außerhalb der Traumwelt wie gewohnt durch dreidimensionale Landschaften laufen, der A-Knopf Mario und der B-Knopf Luigi steuert (sowohl in der Umgebung als auch in den RPG-Kampfsequenzen), so läuft das Ganze in Luigis Traumwelt etwas anders. Mario ist dort in den Kämpfen auf sich gestellt und wird von Luigi nur unterstützt.

In seinen Träumen ist dieser natürlich übermäßig stark und so fokussieren sich die Kämpfe dort auf das gleichzeitige Ausschalten zahlreicher Gegner unter Zuhilfenahme von Luigis überzeichneter Selbstdarstellung. In der Umgebung stehen Luigi zahlreiche Spezialfähigkeiten zur Verfügung, die der Spieler insofern kontrolliert, in dem er den schlafenden Möchtegernhelden am unteren Touchscreen ordentlich missbraucht: Am Bart zupfen, die Nase Kitzeln – jede Interaktion hat erstaunliche Folgen: So lässt sich die Zeit beschleunigen oder Luigi türmt sich mit Dutzenden Klonen seiner selbst auf. Die Möglichkeiten sind vielfältig, abwechslungsreich und unterhaltsam. Zu guter Letzt gibt es dann noch die Möglichkeit, mit einem gigantischen Luigi Bosskämpfe zu bestreiten, für die der 3D-Effekt kurz pausiert, während der 3DS um 90° gedreht und gehalten werden muss.

Man hört schon: An Abwechslung mangelt es dem Titel nicht. Von Anfang bis zum Ende wird der Spieler ohne Unterlass mit neuen Spielelementen bei Laune gehalten. Dabei demonstriert das Spiel vorbildlich was für eine Vielfalt an Features die im Laufe der Jahre im 3DS zusammengekommen sind: Vom 3D-Effekt zu den beiden Bildschirmen hin zu den Touch-Kontrollen – da wird auch wirklich nichts ausgelassen. Die Gimmicks werden völlig natürlich mit dem Spielablauf verschmolzen und machen so aus Mario & Luigi: Dream Team Bros. einen Nintendo-Vorzeige-Titel.

Das liegt auch nicht zuletzt an der phänomenalen Präsentation. Es ist Schluss mit der etwas verwaschenen Pixeloptik der Vorgänger, alle Grafiken und Animationen wurden komplett runderneuert, weshalb es diesmal eine prachtvoll detaillierte 3D-Welt zu erforschen gibt. Auch musikalisch wird das Erlebnis mit stimmigen Stücken abgerundet. Es bleiben so eigentlich keine Wünsche offen.

Mario & Luigi: Dream Team Bros. versucht – anders als der letzte Mario-RPG-Verschnitt – nicht neues Terrain zu betreten. Stattdessen werden alle funktionierenden Elemente der Serie zusammengemischt und es entsteht ein qualitativ hochwertiges Spielerlebnis das für alles steht, was das Haus Nintendo auszeichnet. Der 3DS hat schon wieder einen Pflichttitel mehr zu bieten, wen überrascht das dieses Jahr eigentlich noch?

Plattform: 3DS (Version getestet), Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 3,
Release: 12.07.2013, http://marioandluigidreamteam.com