Grün
Grün von Patrick Lacan ist eine Sci-Fi Fabel über unsere Beziehung zur Natur, Toleranz und das Akzeptieren von Veränderung, auch wenn man Anfangs Angst davor haben mag.
Die Menschheit wird plötzlich von einer mysteriösen Welle von Mutationen heimgesucht. Neugeborenen sprießen Pflanzen und Blumen aus dem Körper. Rasant breitet sich dieses Phänomen aus und greift auch auf die weitere Bevölkerung über. Natürlich ruft diese Entwicklung viel Angst und Ungewissheit in der Bevölkerung hervor. Es bildet sich die “Pro-Mensch” Bewegung, die schnell zu radikalen Mitteln und Gewalt greift. Für diese Leute spielt es keine Rolle, dass es sich bei dieser Entwicklung um etwas positives handeln dürfte. Vielmehr scheint es ein plötzlicher evolutionärer Schritt zu sein, denn der Mensch erkennt endlich, was wirklich wichtig ist. Das Leben selbst und nicht Geld, Wirtschaft und Wachstum.
Es grünt so grün
Grün von Patrick Lacan ist eine zeitgemäße Graphic Novel. Klima, Umwelt und Rechtspopulismus. Umweltschutz und Artenvielfalt gegen Kapitalismus. Friedliches Miteinander trifft auf Hetze und Gewalt. Um zu wissen, auf welcher Seite der Autor steht, genügt im Grunde ein Blick auf den Titel des Comics. Und recht hat er. So relevant die Geschichte auch ist, es sind vielmehr die Zeichnungen von Marion Besançon, die den Comic tragen und den Leser beeindrucken. Gerade die Handlung ist relativ simpel, die Figuren eher Schablonen, um eine (zugegeben wichtige) Message zu transportieren. Deshalb ist es auch durchaus positiv, dass Grün mehr auf die Bilder, als auf den Text setzt.
Alleine wegen der Thematik ist diese Graphic Novel lesenswert und wichtig. Durch die Zeichnungen von Besançon ist sie noch dazu schön anzuschauen und unterhaltsam. Lacan hält sich textlich vornehm zurück und unterstreicht mit Geschichte und Dialogen nur das Notwendigste. Grün ist vielleicht nicht das beste Werk zum Thema Umwelt, Klima und Natur und dem Umgang von uns Menschen damit, dennoch kann man damit auch nichts falsch machen. Dafür liest es sich viel zu flüssig und rasant und man kann sich von den Bildern fesseln lassen.
Grün von Patrick Lacan (Text) und Marion Besançon (Zeichnungen), 264 Seiten, erschienen im Avant Verlag.
