Wir haben keine Antimemetik-Abteilung
Wir haben keine Antimemetik-Abteilung von Sam Hughes ist ein höchst unterhaltsamer und ungemein origineller Roman über die Macht und Kraft von Ideen.
Täglich grüßt die Antimemetik
Marie Quinn ist Leiterin der Antimemetik-Abteilung. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass es zu ihrem Alltag und dem ihrer Mitarbeiter gehört, ständig seine Erinnerungen löschen zu lassen. Nicht die kompletten Erinnerungen, aber Teile. Denn Quinn und ihre Abteilung kämpfen gegen sogenannte Antimemes oder Unbekannte. Dabei handelt es sich um Ideen, die in den unterschiedlichsten Formen und Arten auftreten können. Manche sind harmlos und sorgen zum Beispiel dafür, dass man Fahrradfahren verlernt. Andere sind mächtig und kraftvoll, bis hin zu zerstörerisch. Ohne es zu wissen, befindet sich die Antimemetik-Abteilung in einem Krieg gegen ein Unbekanntes von schier unfassbaren Dimensionen. Und es droht, die Menschheit zu vernichten. Doch wie bekämpft man etwas, von dessen Existenz man nichts weiß und ständig vergisst?
Sam Hughes gelingt mit Wir haben keine Antimemetik-Abteilung ein unglaublich origineller Roman. Es wirkt ein bisschen wie eine Mischung aus Akte X und Men in Black, ist jedoch definitiv kein Abklatsch, dafür ist sein Werk viel zu eigenwillig und einfallsreich. Alleine die Idee, dass Ideen gefährlich sein können und sogar zum Untergang der Menschheit führen, ist nachvollziehbar und doch herrlich absurd zugleich. Geschickt gelingt es Hughes den Leser in die Welt seiner Figuren zu ziehen, indem jedes Kapitel wie eine in sich geschlossene Geschichte wirkt und der Leser mit so wenig Vorwissen wie möglich auskommen muss. Dennoch gibt es sehr wohl eine übergeordnete Handlung.
»Sie sind ein Mensch, und diese Dinger sind wie personifizierte geschwärzte Textstellen. Sie müssen wie ein Außerirdischer denken, um Ihnen auf die Schliche zu kommen.«
Es ist zwar nicht immer einfach zu lesen und manchmal fühlt man sich ein wenig verloren, doch genau so ergeht es eben auch den Figuren. Und am Ende eines Kapitels sieht man vieles wieder in einem neuen Licht. Man kommt aufgrund der originelle Idee auch nicht drumherum die ein oder anderen erklärenden Stellen zu lesen, die zwar meist in Form von Dialogen zwischen Figuren gehalten sind, trotzdem den Fluss manchmal etwas bremsen können. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass Wir haben keine Antimemetik-Abteilung einer der unterhaltsamsten und originellsten Sci-Fi Romane des Jahres ist. Eine ganz große Empfehlung.
Wir haben keine Antimemetik-Abteilung von Sam Hughes, 320 Seiten, erschienen im Heyne Verlag.
