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Wonne aus der Tonne: Die Schlange im Regenbogen

Liebe Filmfreaks mit zweifelhaftem Geschmack, willkommen zurück! Auch Meister fallen manchmal so richtig auf die Schnauze. Walter Hill zum Beispiel, wie wir in diesem Rahmen schon öfter Mal besprochen hatten. Ein anderer Regie-Gigant, dessen Karriere von einer Menge „Hit-and-miss“ geprägt war, ist Wes Craven. Und um ein besonders zu Unrecht lange verschmähtes Werk soll es heute gehen.

Die Schlange im Regenbogen

OT: The Serpent and the Rainbow, USA, 1988, Regie: Wes Craven, Drehbuch: Richard Maxwell, Adam Rodman, Mit: Bill Pullman, Cathy Tyson, Zakes Mokae, u.a.

Dennis Allen (Bill Pullman) ist so eine Art Indiana Jones der Medizin. Im Auftrag eines Pharmakonzerns fliegt er nach Haiti um ein Pulver aufzuspüren, das angeblich von Voodoo-Priestern zur Zombiefizierung von Menschen verwendet wird. Seine Recherchen in dem von politischen Unruhen gebeutelten Land bringen ihm nicht nur die Hilfe und Zuneigung der Psychiaterin Marielle Duchamp (Cathy Tyson), sondern auch Ärger mit dem Diktator Dargent Peytraud (Zakes Mokae). Jener verfügt über schwarzmagische Kräfte und treibt Allen zunehmend in die Enge.

Die Schlange im Regenbogen ist ein überaus atmosphärischer, gut gespielter Horrorfilm von Wes Craven. Der Regisseur hat zwischen seinen großen, wegweisenden Filmen (Das letzte Haus links, Hügel der blutigen Augen, Scream) auch jede Menge Flops und Humbug produziert. Zumindest letzteres trifft hier definitiv nicht zu. Das Drehbuch basiert auf dem autobiografischen Bericht des Wissenschaftlers Wade Davis, der im Auftrag der Harvard University das Phänomen Voodoo untersuchte. Angeblich ist alles was wir im Film über Voodoo erfahren sehr akkurat und faktenbasiert. Nachprüfen können wir das freilich nicht, also glauben wir es einfach mal. Vier Jahre nach seinem Über-Hit Nightmare – Mörderische Träume wollte Craven mal was Neues ausprobieren. Und nachdem er zuletzt vor allem Jugendliche das Fürchten gelehrt hatte, wollte er mit diesem Film vor allem ein erwachsenes Publikum ansprechen.

Trotz der guten Umsetzung – Buch, Darsteller, Inszenierung – geriet der Film zum Flop und auch die Kritik nahm ihn im besten Fall zwiespältig auf. Ein Umstand, der bei heutiger Ansicht ratlos macht. Rein handwerklich ist es mit Sicherheit einer von Cravens besten Filmen. Über die Jahre wurde das Werk dann schließlich auch völlig neu und wesentlich positiver bewertet und heute gilt es als eines der großen Craven-Meisterwerke. Die Schlange im Regenbogen ist kein Hokuspokus, sondern echter Horror für ein erwachsenes Publikum. Sehr ernsthaft, sehr unheimlich, sehr beunruhigend. Dazu mit schönen Bildern, exotischen Naturaufnahmen und mit Bill Pullman als gertenschlanken und machofreien Indiana-Jones-Verschnitt. Schön! Sollte man gesehen haben.

Also: Lasst euch nicht mit finsteren Mächten ein – ihr könntet ansonsten lebendig in einem Sarg unter der Erde erwachen. Seid nett zueinander und bleibt seltsam.