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Wonne aus der Tonne: Remo – Unbewaffnet und gefährlich

Willkommen zurück in den Untiefen der 80er Jahre. Gerade erst beim letzten Mal hat uns Patrick Swayze gezeigt, wo der Hammer hängt. Diesmal ist es Fred Ward. Eine herzliche Einladung zum Wieder- oder Neuentdecken biete ich euch heute mit Platz 5 unserer Top 10 der unterschätzten Genre-Filme der 80er Jahre.

Remo – Unbewaffnet und gefährlich

OT: Remo Williams: The Adventure Begins, USA 1985, Regie: Guy Hamilton, Drehbuch: Christopher Wood, Darsteller: Fred Ward, Joel Grey, Kate Mulgrew, Wilford Brimley u.a.

Der NYC-Cop Sam Mankin (Fred Ward) wird bei einem Einsatz vorgeblich getötet. In Wahrheit alles nur ein Schwindel, eingefädelt von der mysteriösen 3-Mann-Geheimorganisation CURE. Diese hat seit längerem ein Auge auf den fähigen Straßenpolizisten geworfen. Gegen seinen Willen geben sie ihm den neuen Namen Remo Williams und schicken ihn beim koreanischen Sinanju-Meister Chiun (Joel Grey) in Lehre, damit der eine perfekte Parcours-Kampfmaschine aus Remo macht. Bösewichte gibt’s auch. Und eine Armee-Frau (Kate Mulgrew) als Love Interest.

Remo ist ein liebevoll umgesetzter und äußerst humorvoller Actionfilm, dem die Jahre nichts anhaben konnten. Im Gegenteil, sie haben ihm gut getan. Damals ein moderater Erfolg, heute unter Kennern ein Kult-Film, entpuppt sich Remo als geistiger Vorgänger der erfolgreichen Kingsmen. Mit sehr viel Ironie werden hier großartig choreografierte Action-Szenen geliefert. Allen voran eine große Keilerei auf der (damals wegen Restaurationsarbeiten komplett eingerüsteten) Freiheitstatue, die einem heute noch den Atem zu nehmen weiß.

Dass Regisseur Guy Hamilton früher Bond-Filme inszeniert hat (nämlich Goldfinger, Diamantenfieber, Leben und Sterben lassen und Der Mann mit dem goldenen Colt), sieht man Remo durchwegs an. Dass dieser dabei wesentlich besser gealtert ist als die meisten Bond-Streifen, überrascht einerseits, ist aber bei Ansicht völlig evident.

Die Vorlage bildet die Romanreihe The Destroyer von Warren Murphy und Richard Sapir. Das Drehbuch von Christopher Wood sprüht nur so vor originellen Ideen, insbesondere in den Verfolgungs- und Actionszenen. Außerdem platziert der Film einige wirklich gut sitzende Pointen, und kann zudem mit einem für 80er-Verhältnisse geradezu revolutionär-aufgeschlossenen Frauenbild punkten. So ist die Figur der Armee-Frau Major Rayner Fleming überaus schlagfertig. Als die beiden Machos Chiun und Remo auf jene beim Showdown im Kampf gegen den gemeinsamen Bösewicht treffen, kommt es zu einem der denkwürdigsten Dialoge des Films:

Chiun: Women should stay home and make babies. Preferably man child.
Major Rayner Fleming: (to Remo) I see you both went to the same charm school.

Höhepunkt des Films sind sicher die Ausbildungsszenen zwischen Remo und Chiun, die gekonnt die Fernost-Klischees der 80er auf die Schaufel nehmen. Joel Grey heimste dabei sogar eine Golden-Globe-Nominierung als Bester Nebendarsteller für seine Performance als Seifenopern-liebender Martial-Arts-Meister Chiun ein. Eine Nominierung bei den Oscars für das beste Make-Up ging sich ebenfalls aus.

Aus der geplanten Filmreihe (siehe Originaltitel) wurde dann schließlich doch nichts. Der Erfolg blieb überschaubar. Wenige Jahre später versuchte man es mit einer Neuauflage als TV-Serie. Jedoch kam auch diese nicht über einen Pilotfilm hinaus.

Bei heutiger Ansicht eine wirklich gut unterhaltende und witzige Erfahrung und auch meine Frau war mal wieder äußerst angetan. Und enttäuscht, dass da nichts nachkam. Naja. Späte Sequels haben zurzeit ja Hochsaison. Siehe Blade Runner, Mad Max, Twin Peaks, etc … Also, wer weiß. Matthew Vaughn – übernehmen Sie!

Das nächste Mal kehrt wieder Finsternis in die Tonne zurück. 80er Horror ist angesagt. Derweil haltet eure Ohren steif und bleibt seltsam!

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