I was a Teenage Slasher (c) 2025 Stephen Graham Jones, Buchheim Verlag(1)

I was a Teenage Slasher

In I was a Teenage Slasher erzählt Stephen Graham Jones von einem jugendlichen Außenseiter in einer Kleinstadt in Texas, der gegen seinen Willen zum Slasher mutiert.

Es war einmal ein Teenage Slasher

Lamesa, Texas ist eine Kleinstadt im Westen Texas, die kaum jemand kennt. Der 17-jährige Tolly Driver und seine beste Freundin Amber fristen ein Dasein als Außenseiter. Man kennt die beiden nur, weil sie die einzige indigene Schülerin ist und er seinen Vater bei einem Autounfall verloren hat. Im Sommer 1989, im Abschlussjahr, ändert sich für Tolly und Amber alles. Denn durch einen beinahe tödlichen Streich auf einer Party entwickelt Tolly kurz darauf mörderische Tendenzen. Seine Freundin Amber realisiert als erste, dass er zu einem waschechten Slasher heranwächst. Doch wie kann man diese Verwandlung aufhalten und gleichzeitig verhindern, dass Tolly grausame und blutige Rache nimmt?

 

I was a Teenage Slasher erzählt davon, wie aus einem Jugendlichen ein Slasher wird. Was zunächst ein wenig absurd klingt, existieren sie doch eigentlich nur in fiktiven Filmen, wird in den talentierten Händen von Stephen Graham Jones zu einer glaubwürdigen und originellen Geschichte. Aber nicht nur das, er erzählt auch einfühlsam vom Außenseitertum, vom Aufwachsen in einer Kleinstadt und beleuchtet das Genre aus der Perspektive des Mörders. Er vergisst gleichzeitig nicht darauf, auch das abzuliefern, was das Genre auszeichnet. Soll heißen, auch das ein oder andere Gemetzel findet natürlich statt.

Es kommt mir vor, als würden wir die Schritte über Deeks Schwelle in Zeitlupe gehen. Und sie sind so verdammt schwer, oder? Ganz West Texas erbebt jedes Mal, wenn einer unserer Füße auf die Fliesen in Deeks Eingang trifft. Eulen flattern von den Sprinklern herab, ihre Flügel umarmen die Luft. Präriehunde schauen zu ihren bröckelnden Höhlen decken hinauf. Verandabeleuchtungen flackern, Hunde bellen, eine alte Oma betrachtet das Wasser, in dem ihre Zähne schwimmen, weil es zittert.

Nach seiner Indian Lake-Trilogie ist I was a Teenage Slasher bereits sein vierter Roman, der sich mit dem Genre beschäftigt. Man sollte meinen, das würde schön langsam reichen. Doch wenn der Roman derart gelungen ist, wie in diesem Fall, findet man schwer Argumente, die dagegen sprechen. I was a Teenage Slasher ist Stephen Graham Jones in Höchstform. Spannend und unterhaltsam, ja, aber auch ein komplexes Charakterporträt, ein Sinnbild des Erwachsenwerdens und eine einfühlsame Geschichte über die unverrückbaren Veränderungen im Leben. Einmal mehr beweist Jones sein Können nicht nur als Erzähler, sondern als Autor, der bekannte Facetten und durchaus auch Klischees hernehmen kann, und daraus etwas völlig Neues und Originelles macht. I was a Teenage Slasher ist eine ganz große Empfehlung und das definitiv nicht nur für Fans des Genres.

I was a Teenage Slasher von Stephen Graham Jones, 384 Seiten, erschienen im Buchheim Verlag.

I was a Teenage Slasher

I was a Teenage Slasher (c) 2025 Stephen Graham Jones, Buchheim Verlag




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