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The Weekend Watch List: Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith

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Sci-Fi

Der finale Streich der Prequel-Trilogie lässt das kindliche bzw. kitschige Gehabe seiner Vorgänger hinter sich und erzählt stattdessen eine niederschmetternde Tragödie, die zwar ein paar Schönheitsfehler aufzuweisen hat, aber über weite Strecken sehr gut unterhält.

Während die Klonkriege eine blutige Schneise durch die Galaxis ziehen, ist Anakin (Hayden Christensen) aufgrund zahlreicher Heldentaten in den Rang eines Jedi-Ritters aufgestiegen. Durch einen geschickten Schachzug gelingt es den Separatisten sogar Kanzler Palpatine (Ian McDiarmid) zu entführen. Der junge Jedi und sein ehemaliger Meister Obi-Wan (Ewan McGregor) werden daraufhin ins Gefecht entsandt, um das Oberhaupt der Republik wohlbehalten zurückzubringen. Doch das wachsende Misstrauen Anakins gegenüber dem Rat und wiederkehrende Albträume rund um seine Frau Padmé (Natalie Portman) schüren Zweifel und Verlustängste, die ihn auf den Pfad zur dunklen Seite führen.

Episode III zeichnet sich durch eine recht düsterere Atmosphäre aus und stellt somit das erwachsenste Kapitel der Sternensaga dar. Der Wandel von Anakin Skywalker bildet hierbei das Herzstück des Geschehens. Dessen Potenzial wird aber, dem schnellen Pacing der Handlung geschuldet, nicht vollends ausgeschöpft. George Lucas zeigt in zum Teil recht schonungslosen Bildern, wie aus dem einstigen Hoffnungsträger jegliche Menschlichkeit weicht und er in der Folge zum gefährlichsten Werkzeug des Galaktischen Imperiums wird. Damit einher geht unweigerlich auch der Fall des Jedi-Ordens, der durch seine Arroganz geblendet, das nahende Unheil zu spät erkennt. Eine herzzerreißende Montage, die mit der stimmigen Musik eines John Williams unterlegt ist, lässt das geneigte Publikum mit einem dicken Klos im Hals zurück. Auch während einer Szene innerhalb des Senats, die sinnbildlich für den Kampf der Demokratie gegen die Tyrannei steht, baut Lucas weiter Spannung auf. Diese entlädt sich schließlich in einem letzten Kampf auf Leben und Tod, wobei mit dem Planeten Mustafar ein wahres Hölleninferno auf die Leinwand gebracht und dem unermesslichen Ausmaß von Anakins Wut symbolische Kraft verliehen wird.

Leider hat diese Episode ebenso wieder mit schwächelnden Dialogen und fragwürdigen Entscheidungen seiner Figuren zu kämpfen. McGregor verkörpert seine Rolle, wie gewohnt, sehr überzeugend. Doch auch ihm zwingt das Drehbuch Handlungen und Sätze auf, die entweder nicht vollends nachvollziehbar oder unfreiwillig komisch sind. Hayden Christensen zeigt sich zwar im Gegensatz zum vorherigen Film leicht verbessert, kann aber beispielsweise in einer maßgeblichen Szene die Emotionalität nicht transportieren. Des Weiteren kommt hinzu, dass das Handeln seiner Figur sehr konstruiert wirkt und ihn wie ein Fähnchen im Wind erscheinen lässt. Christopher Lee und Natalie Portman bleiben während der gesamten Laufzeit bloß Randerscheinungen, wobei Letztere zumindest gegen Ende noch etwas mehr Screentime eingeräumt bekommt. Mit General Grievous (Matthew Wood) wurde eine interessante neue Nebenfigur geschaffen, die durch ein fantastisches Design und charakteristische Eigenheiten im Gedächtnis bleibt. Ian McDiarmid sieht man die Freude an seiner Rolle ebenfalls an. Dies macht sich vor allem während einer gewissen Theaterszene bemerkbar und setzt sich ab der Hälfte des Films kontinuierlich fort.

Das CGI wird hier abermals oft in übertriebenem Maße eingesetzt. Die Klontruppen wirken nicht ganz so misslungen, allerdings hätten Mimen in echten Rüstungen mit Sicherheit mehr Sinn gemacht. Auch der Einsatz von elektronischen Puppen wäre an manchen Stellen passender gewesen. Andererseits wird man gleich zu Beginn in eine Raumschlacht geworfen, die auch heutzutage fast nichts von ihrer optischen Wucht eingebüßt hat. Yoda (Frank Oz) gewinnt durch den technischen Sprung ebenfalls nochmal an Glaubwürdigkeit und zeichnet sich hier endlich zum Großteil durch seine Machtbegabung aus. Zwar setzt der finale Showdown bezüglich des absurden Lichtschwertgefuchtels neue Maßstäbe, doch wird man dank des treibenden Scores und des dargebotenen Settings vollends entschädigt.

Durch das Dekonstruieren einzelner Szenen offenbaren sich wieder diverse Ungereimtheiten und Logiklücken. Lässt man sich aber stattdessen auf das Spektakel ein, wird man definitiv nicht enttäuscht. Vor allem das letzte Drittel des Films mit seinem Kampf von Gier gegen Weisheit vergeht in Kombination mit den mitreißenden Stücken von Williams wie im Flug und zieht einen völlig in den Bann. George Lucas gelingt somit schlussendlich doch noch ein halbwegs runder Brückenschlag zur Original-Trilogie.

Regie und Drehbuch: George Lucas, Darsteller: Ewan McGregor, Natalie Portman, Hayden Christensen, Samuel L. Jackson, Ian McDiarmid, Frank Oz, Filmlänge: 140 Minuten, DVD/Blu-Ray Release: 12.10.2015