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The Weekend Watch List: Drachenzähmen leicht gemacht

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Animation

DreamWorks Animation wagte sich nach Kassenschlagern wie Shrek oder Kung Fu Panda abermals in neue Gefilde vor und erzählt hier eine herzerwärmende Geschichte über die verbotene Freundschaft zweier Charaktere, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten.

Im Wikingerdorf Berk steht das Töten von Drachen an der Tagesordnung. Der eher kleine und schmächtige Hicks (Jay Baruchel) will allerdings nicht so recht in das Bild eines blutrünstigen Berserkers passen, was seinem Vater Haudrauf dem Stoischen (Gerard Butler), seines Zeichens Häuptling der Sippe, ziemlich sauer aufstößt. Während eines Angriffs der schuppigen Kreaturen bietet sich dem Burschen aber endlich eine passende Gelegenheit, um den Erwartungen seines alten Herren gerecht zu werden und so schießt er kurzerhand den sagenumwobenen Nachtschatten vom Himmel. Kurz darauf macht sich Hicks zur Absturzstelle des Tieres auf, nur um anschließend in zwei große gelbe Augen zu blicken, die ihn voller Furcht anstarren.

Den Machern ist es gelungen, eine komplizierte Vater-Sohn-Beziehung mit einem mitreißenden Abenteuer zu verknüpfen. Dabei wird auf eine recht straffe Erzählweise zurückgegriffen, die aber nie in ein gehetztes Abarbeiten von Plotpoints ausartet. Die Geschichte bekommt auf diese Weise den nötigen Raum zur Entfaltung, welche als Draufgabe eine starke Botschaft bereithält. Speziell die Szenen der sich anbahnenden Freundschaft zwischen Hicks und Ohnezahn sind auf den Punkt getroffen, weil sie deren wachsende Neugier füreinander anhand einer zauberhaften Symbiose von tollen Bildern und dem erstklassigen Score meisterhaft einfangen.

Die einzelnen Figuren und Landschaften wurden mit viel Liebe zum Detail animiert, wobei vor allem die verschiedenen Drachen auf sehr kreative Weise umgesetzt worden sind. Der eigentliche Star des Films ist aber der Nachtschatten Ohnezahn, der aufgrund seines Erscheinungsbildes und speziellen Verhaltens eher an eine überdimensionale Katze erinnert. Obwohl er sich nicht mit Worten verständigen kann, vermag es der Drache allein durch seine feine Mimik beziehungsweise sein Handeln Gefühle zu erzeugen und sich in den Herzen des Publikums festzusetzen. Vergleicht man das Werk mit James Cameron’s Avatar, so bietet es ebenso spektakuläre Flugsequenzen, die einen durch rasante Kamerafahrten und die epischen Klänge von John Powell in ihren Bann ziehen. Die Synchronisation der Wikinger funktioniert, dank des charmanten Einsatzes von schottischem oder norddeutschem Akzent, sowohl in der Originalfassung als auch im Deutschen überraschenderweise hervorragend.

Mit der Adaption des gleichnamigen Buches von Cressida Cowell ist DreamWorks der nächste große Wurf gelungen, welcher über Genregrenzen hinaus zu überzeugen weiß. Die beiden Protagonisten geben ein traumhaftes Duo ab, das man sofort in sein Herz schließt und dem Film Tiefgang verleiht. Die Geschichte bietet trotz des hohen Erzähltempos außerdem diverse magische Momente, die unter die Haut gehen und der Konkurrenz von Pixar um nichts nachstehen.

Regie: Dean DeBlois, Chris Sanders, Drehbuch: William Davies, Dean DeBlois, Chris Sanders, basierend auf dem Roman von Cressida Cowell, Synchronsprecher (Original): Jay Baruchel, Gerard Butler, Jonah Hill, Christopher Mintz-Plasse, Kristen Wiig, Filmlänge: 98 Minuten, DVD/Blu-Ray Release: 22.10.2010