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The Weekend Watch List: Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter

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Sci-Fi

Im Jahr 1983 brachte George Lucas den dritten und vorerst letzten Ableger seiner Sternensaga in die Lichtspielhäuser der Welt, wobei der metaphorische Inbegriff des Kampfes zwischen Gut und Böse im Zentrum des Geschehens steht.

Nach den erschütternden Ereignissen auf Bespin fassen Luke (Mark Hamill) und seine Gefährten neuen Mut, um Han (Harrison Ford) aus den Fängen von Jabba dem Hutten zu befreien, der ihn seitdem zur persönlichen Belustigung als tiefgefrorene Trophäe ausstellt. Aus diesem Grund entsendet der angehende Jedi-Ritter seine beiden Droiden C3PO (Anthony Daniels) und R2D2 (Kenny Baker) nach Tatooine, um die Verhandlungen aufzunehmen. Dabei ahnt er noch nicht, dass sich das Imperium in der Zwischenzeit im Bau eines noch gewaltigeren Todessterns befindet, der abermals Angst und Schrecken in der Galaxis verbreiten soll.

Längere Zeit sah es danach aus, als würde das Finale der Original-Trilogie den Titel Die Rache der Jedi-Ritter tragen. Allerdings war Lucas der Ansicht, dass ein Jedi niemals einem solch niederen Trieb wie Rache nachgeben würde und so ersetzte man kurz vor Kinostart die besagte Rache durch Rückkehr, was den heute gängigen Titel ergab. Für Episode VI wurde außerdem ein weiteres Mal ein Gastregisseur verpflichtet. Ursprünglich sollte Lucas‘ guter Freund Steven Spielberg diesen Posten bekleiden, doch aufgrund von Streitigkeiten mit der Director’s Guild of America fiel die Wahl schlussendlich auf Richard Marquand, der sich zwar bis dahin nur für TV-Produktionen verantwortlich zeichnete, aber seine Projekte stets zeitgerecht und ohne Budgetüberschreitung vollendete.

Die Rückkehr der Jedi-Ritter kann, wie die vorangegangen Episoden, mit unvergesslichen Momenten auftrumpfen. So sorgt beispielsweise das lebhafte Treiben diverser neuartiger Spezies in Jabbas Palast für Atmosphäre und mit Einführung der Max Rebo Band werden sogar neue musikalische Akzente gesetzt. Leider verkommt diese stimmungsvolle Sequenz durch die unnötige Verwendung von Computereffekten in den später überarbeiteten Editionen zu einem schlechten Witz auf LSD. Des Weiteren wird der Waldmond Endor etabliert, der von den pelzigen Ewoks bevölkert ist. Die markanten Riesenbäume des Planeten stehen in Wahrheit im Nordwesten Kaliforniens, was der Geschichte abermals eine realistische Note verleiht. Aus frühen Konzepten geht außerdem hervor, dass die Heimatwelt der Wookiees als Schauplatz der finalen Auseinandersetzung in Erwägung gezogen wurde. Im dritten Akt werden schließlich drei unterschiedliche Handlungsstränge auf elegante Weise verknüpft, die Spannung erzeugen und im Ganzen ein emotionsgeladenes Finale ergeben.

Der Cast zeigt sich in diesem Kapitel wieder von seiner besten Seite. Die Charaktere wecken Sympathie und deren Mimen spielen sich ein weiteres Mal in die Herzen des Publikums. Carrie Fishers Auftritt im legendären Metallbikini bleibt dabei genauso unvergesslich wie das alles entscheidende Duell im Thronsaal des Imperators, der durch einen groß aufspielenden Ian McDiarmid dem faschistischen Imperium ein unheilbringendes Gesicht verleiht.

Die Effekte dieses Werks sind in der ursprünglichen Version hervorragend gealtert. Dies liegt unter anderem an talentierten Puppenspielern, die abermals Hand anlegen dürfen und Figuren wie Yoda (Frank Oz), Jabba oder den Rencor zum Leben erwecken. Das Bodengefecht auf Endor und die Raumschlacht rund um den Todesstern gestalten sich aufgrund der inszenatorischen Dichte sehr kurzweilig und machen Spaß.

Mit Die Rückkehr der Jedi-Ritter wird die Heldenreise des Luke Skywalker zu einem stimmigen Ende gebracht und angedeutete Konflikte aus Episode IV werden zufriedenstellend aufgelöst. Kreative Köpfe wie George Lucas, Lawrence Kasdan und John Williams haben eine magische Filmreihe über Schuld und Sühne erschaffen, die vielen Menschen über die Jahrzehnte Kraft geschenkt hat.

Regie: Richard Marquand, Drehbuch: Lawrence Kasdan, George Lucas, Darsteller: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Billy Dee Williams, Ian McDiarmid, Filmlänge: 131 Minuten, DVD/Blu-Ray Release: 12.10.2015