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Jahrescharts der Redaktion 2017: Film (Teil 1)

Die Atmosphäre des Jahres

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Gerade bei Horrorfilmen ist die Atmosphäre ein entscheidender Faktor. Jump-Scares lassen sich leicht mal einbauen (siehe ES), aber um wahres Grauen zu verbreiten, also um den Zuschauer in einen Dauerzustand aus Angst und Schrecken zu versetzen, bedarf es einer beklemmenden Atmosphäre. It Comes at Night schafft so eine Atmosphäre – und mehr. Geschickt spielt der Film mit den Erwartungen des Zuschauers und kreiert gleichzeitig eine Stimmung, die stets das Schlimmste erahnen lässt und dass dann doch komplett anders eintritt, als gedacht.

Auch Gore Verbinski gelingt das mit A Cure for Wellness und erschafft eine herrlich perfide, wunderbar gefilmte “Abwandlung” von Thomas Mann’s Zauberberg. Die großartigen Aufnahmen, die selbst die düsteren Anstaltsgemäuer in ein absurd idyllisches Licht setzen, bilden einen gelungenen Kontrast zu erzählten Horror-Geschichte, sogar inklusive dem ein oder anderen Body-Horror. Etwas anders verhält es sich da bei Good Time. Der Film ist eigentlich ein Thriller-Drama, wirft den Zuschauer aber von Anfang bis Ende in eine schicksalhafte Abwärtsspirale, dessen Ausgang vielleicht nicht der Überraschendste ist, dafür umso spürbarer eine dichte Atmosphäre erzeugt, die einem beinahe zu ersticken droht, so nahe ist man am (temporeichen) Geschehen dran. Good Time, indeed.