Satan’s-Girls-(c)-2017-Atalo-Media-Group,-Wildrebel-Produktion(12)

Satan’s Girls

7
Horror-Komödie

Bei Satan’s Girls ist der Name Programm: Satan schickt seine drei schärfsten und härtesten Frauen zurück auf die Erde um Jesus zu verführen, damit der Teufel die Welt beherrschen kann.

Cherry (Victoria Fraunberger), Bobbie (Conny Boes) und Pepper (Maria Mucha) landen nach ihrem Tod in der Hölle. Satan (Robert Tarantino) höchstpersönlich hat sie auserwählt, damit sie auf der Erde ihr Unwesen treiben, sie sind quasi im Auftrag des Herren unterwegs (wenngleich eines anderen, als bei den berühmten Blues Brothers), und Jesus (Dominik Hauser) verführen. Derjenigen, der es gelingt den Sohn Gottes (Mike Lomoz) um den Finger zu wickeln, bekommt ihre Freiheit geschenkt – und Satan erlangt dadurch nicht nur die Seele des himmlischen Filius, sondern auch gleich die Weltherrschaft.

Es fängt gleich mit einem Mord unter der Dusche an, eine Szene, die natürlich sofort an den Hitchcock-Klassiker Psycho erinnert. Danach geht es Schlag auf Schlag weiter. Also, weniger mit Anspielungen an andere Filme, als vielmehr mit der Handlung. Gleich mal vorweg: Satan’s Girls ist ein Trashfilm, billig produziert und schnell gedrehter Schund, was jetzt an sich noch keine Wertung darstellt, sondern sich ausschließlich mal auf die Machart und das zu erwartende Geschehen bezieht. Es geht hier nicht um ein komplexes Drehbuch, vielschichtige Figuren, grandiose Kamerafahrten und Tricktechnik oder dergleichen, es geht einzig und allein darum, auf einfache Weise eine unterhaltsame Geschichte zu erzählen.

Zusätzlich darf man auch nicht die Leidenschaft außer Acht lassen. Die Leidenschaft, auch ohne Budget oder großen Studios oder zumindest ein wenig Film-Förderung einfach seinen Film zu machen, ganz unabhängig und frei von allem anderen. Dass es dabei natürlich Abstriche gibt, was die Qualität betrifft, das ist leider ein Umstand, den man dabei in Kauf nehmen muss. Auf den Punkt gebracht bedeutet das bei Satan’s Girls konkret, dass der Film unterhält und Spaß macht. Es gibt gelungene Momente (wie zum Beispiel die Szene, wo Jesus seinen Vater daran erinnert, was doch das letzte Mal mit ihm geschehen ist, als er auf der Erde war) und weniger gelungene Momente (die Sinnhaftigkeit der Bar-Schlägerei ist hierbei Infrage zu stellen), aber eines gibt es nicht: Langeweile.

Das Drehbuch hat ein paar Schwächen und Szenen, die nicht unbedingt nötig gewesen wären, dafür macht die Inszenierung von Tarantino vieles wieder gut. Die Schauspieler, allen voran die drei Hauptdarstellerinnen Fraunberger, Boes und Mucha und die zwei Nebendarsteller Lomoz und Singer, tragen enorm viel zum Filmvergnügen bei und sind mitunter für die besten Szenen im Film verantwortlich. Ist Satan’s Girls ein Trash-Meisterwerk? Nicht ganz. Dafür ist er zu wenig schräg, etwas zu blutleer und nicht sexy genug. Satan’s Girls ist eher ein filmischer Quickie. Schnell, macht Spaß, ist leicht wieder vergessen, aber dennoch unglaublich geil – und alle Beteiligten kommen auf ihre Kosten.

Regie und Drehbuch: Robert Tarantino, Darsteller: Robert Tarantino, Victoria Fraunberger, Conny Boes, Maria Mucha, Mike Lomoz, Dominik Hauser, Dominic Marcus Singer, Filmlänge: 35 Minuten