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Wonne aus der Tonne: Die Nacht der Creeps

Willkommen zurück liebe Freunde der fantastischen Filmwelt! Mit dieser Ausgabe von Wonne aus der Tonne starten wir auch schon in die ersten drei Plätzen unserer aktuellen Top 10 mit dem Namen Unterschätzte Genre-Filme der 80er Jahre. Und hier ist der wunderbar geschmacklose Platz 3:

Die Nacht der Creeps

OT: Night of the Creeps, USA 1986, Regie und Drehbuch: Fred Dekker, Darsteller: Jason Lively, Jill Whitlow, Tom Atkins u.a.

Ende der 50er Jahre sehen Kavalier Johnny und seine Angebetete Pam vom Auto aus ein gleißendes Licht auf die Erde zurasen. Während Johnny demnächst eine unheimliche Begegnung der dritten Art erfahren wird, lauert ein entflohener Axt-Mörder der im Auto zurückgelassenen Pam auf.

Schnitt. Und dann sind wir, 27 Jahre später, mitten in den 80ern auf einem Campus Gelände angekommen. Loser Christopher Romero (Jason Lively) möchte seiner Flamme Cynthia Cronenberg (Jill Whitlow) imponieren. Zu diesem Zweck sucht er um Mitgliedschaft bei der ortsansässigen Studentenverbindung an. Sein Aufnahmeritual besteht darin eine Leiche aus der Pathologie zu klauen und sie am Treppengelände der Schwesternschaft zu deponieren. Zusammen mit seinem Freund James Hooper (Steve Marshall) findet er dort jedoch den tiefgefrorenen Körper von Johnny aus den 50ern, in dem ein außerirdischer Parasit keimt. Es kommt wie es kommen muss. Die beiden Tölpel tauen Johnny unabsichtlich auf und innerhalb kürzester Zeit geht eine außerirdische Zombie-Plage am Campus um. Zum Glück finden die jungen Menschen den Schutz von Detective Ray Cameron (Tom Atkins), der damals schon in den Fall verwickelt war.

Die Nacht der Creeps von Autor und Regisseur Fred Dekker ist vergnüglicher Horror-Comedy-Sci-Fi-Trash, der sich nicht allzu ernst nimmt und nebenbei eine liebevolle Hommage ans US-Schmuddelkino der 50er Jahre ist. Allzu viele Filme gehen nicht mehr auf Dekkers Konto als Regisseur. Und wenn, dann sind auch äußerst fragwürdige Beiträge wie RoboCop 3 dabei. Eine langjährige Freundschaft verbindet ihn mit Shane Black. Die beiden haben über die Jahre immer wieder mal gemeinsam an Drehbüchern gearbeitet, aktuell auch am nächstes Jahr startenden Reboot The Predator.

Darstellerisch werden hier solide Leistungen abgegeben. Hauptdarsteller Jason Lively ist übrigens tatsächlich der (Halb-)Bruder von Blake Lively. Nach 1992 zog er sich vom Filmgeschäft zurück. Genre-Star Tom Atkins gibt eine schöne Performance als Mike-Hammer-orientierte Detektivfigur. Die Figuren tragen übrigens alle Namen bekannter Genre-Regisseure (Romero, Cronenberg, Hooper, Cameron, Raimi) – ein weiteres nettes Detail am Rande.

Obwohl in den USA ein kleiner Kult-Klassiker, ist der Streifen bei uns wenig bekannt. Damit hat er sich seinen Platz 3 auf jeden Fall verdient! Wer gerne ein buntes Best-of aus 50er Invasions- und Alien-Filmen, gewürzt mit ein wenig Romero-Zombies sehen möchte (und wer will das nicht?), der ist hier genau richtig. Ein etwas holpriger Mittelteil wird dann letztlich durch ein schön splattriges Finale entschädigt. Und außerdem fällt dann auch noch eines meiner Lieblingsfilmzitate überhaupt:

Detective Cameron: I got good news and bad news, girls. The good news is your dates are here.
Sorority Sister: What’s the bad news?
Detective Cameron: They’re dead.

Dem ist dann eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Das nächste Mal gibt es eine übersehene Gesellschaftssatire, die sich gewaschen hat. Macht euch dafür bereit und bleibt seltsam!

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